Der Räuber lässt den Gegenstand sinken …

Robert Rescue - periplaneta -

Der Räuber lässt den Gegenstand sinken und fängt plötzlich an zu weinen. „Warum machst du es mir so schwierig? Sonst ist es doch kein Problem. Alle heben Geld ab, nur du nicht. Alle haben eine PIN-Nummer, entweder im Kopf oder auf einem Zettel. Nur du hast keine Nummer! Du machst Probleme, warum nur?“
„Tut mir leid“, sage ich instinktiv und schaue betreten zu Boden. Dann habe ich eine Idee. Ich greife nach meiner Brieftasche und hole einen 20-Euro-Schein heraus. „Hier“, sage ich zu meinem Gegenüber. „Nimm das als Ausgleich. Wegen deiner Mühen.“

(Aus Robert Rescue: „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

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Wenn selbst die Pizza vor mir wie Altpapier schmeckt….

robert rescue - periplaneta
Wenn selbst die Pizza vor mir wie Altpapier schmeckt….

Diese Liedzeile macht mich nachdenklich. Wie ist der Schlagersänger Michael Wendler auf diesen Gedanken gekommen? Wie schmeckt Altpapier? Etwa so wie die Pizza neulich im Falafel-Laden an der Torstraße, die mir die Lektion erteilte, niemals wieder in einem Falafel-Laden eine Pizza zu bestellen? Hat Michael Wendler im gleichen Falafel-Laden eine Pizza bestellt und kam auf eine Idee?
Oder ist die Zeile die Essenz eines stundenlangen, verzweifelten Brainstormings, und dies ist das Ergebnis, mit dem er sich zufriedengab?

(Aus: Robert Rescue „Das Leben hält mich wach“)

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Wenn ein Autor ein neues Buch veröffentlicht …

Zum Glück Robert Rescue 01

Wenn ein Autor ein neues Buch veröffentlicht, dann geht er davon aus, dass die Welt auf dieses Buch gewartet hat. Oder anders gesagt: Er packt für eine Lesung fünf Exemplare ein und denkt dann, dass er wahrscheinlich acht verkaufen wird, weshalb er noch fünf Stück dazu legt. 20 Exemplare hatte ich eingesteckt und eine Stimme in mir sagte, dass das übertrieben sei, während eine andere Stimme glaubte, dass sich im Servicecenter keine Kunden der Krankenkasse aufhalten werden, sondern 60 bis 100 Besucher des Literaturprojektes. Als ich schließlich im Wartebereich des Servicecenters meine Texte auspackte, ließ ich die Bücher im Rucksack. Sechs Leute saßen auf den Metallstühlen und mit ziemlicher Sicherheit warteten sie nicht auf mich.

(Aus: Robert Rescue „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

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Robert Rescue Fan Paket

Robert Rescue Fan Paket

NEU! Das Robert Rescue Fan Paket

Einmal so gutgekleidet sein,  wie Schlafanzugstilikone Robert Rescue: Mit dem original Fotoshooting-Pyjama von Roberts Lieblingsmarke CANDA in XXL und der original Fotoshooting-Frosch-Schlafmaske (Einheitsgröße, mit variablen Augen). Nur einmal getragen und extra nicht gewaschen.

Mit dazu gibt es natürlich sein neues Buch „Das Leben hält mich wach“ und eine Autogrammkarte vom müdesten Lesebühnenautors Berlin.
Dieses Bundle gibt es nur einmal.

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„Letzte Woche…

„Letzte Woche hat sich ein chinesisches Unternehmen bei mir gemeldet, die Li Peng Corporation. Die machen was mit Rüstung, Computer und Bio-Technologie, wollen aber nach Europa expandieren, um eine Gastro-Kette mit original chinesischer Küche hochzuziehen. Da habe ich denen die ‚Restbude‘ angeboten und die haben Interesse daran. Morgen kommen die zum Meeting vorbei.“
„Watt?“, rief Olli.
„Na, zum Treffen, zur Besichtigung“, erklärte Kalle. „Ich muss meine Ausdrucksweise der internationalen Investorenszene angleichen. Deshalb Meeting.“
„Is mir egal, was die hier machen wollen“, meldete sich Willi zu Wort. Willi war der Älteste von uns. Angeblich war er der erste Gast, den die Eltern von Kalle am Imbiss bedient hatten, als sie in den siebziger Jahren die beiden Buden aufmachten. „Hauptsache, das Schultheiss wird nicht teurer.“
Dafür gab es Zustimmung von uns anderen. Ansonsten war das Interesse eher Misstrauen gewichen.
„Warum wollen Chinesen denn im Wedding investieren?“, rief Olli. „Was wollen die hier? Können die nicht nach Berlin gehen?“

(Aus: Robert Rescue „Das Leben hält mich wach“)

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Einmal Deadpool, bitte …

Robert Rescue und sein Freund Harvey

Ich stehe vor der Kasse. Gleich kommt der Moment, wo ich mich vor der jungen Frau outen muss. Ob sie häufig solche Gestalten wie mich vor sich stehen hat?
„Einmal Deadpool, bitte“, sage ich leise. Normal wäre „Zweimal Deadpool, bitte“. Cool wäre „Dreimal Deadpool, bitte“ und bewundernswert „Zehnmal Deadpool, bitte. Für mich und meine coolen Freunde.“
„Das tut mir leid für Sie“, antwortet sie.
„Ist der Film so schlecht?“, frage ich zurück und versuche ein Lächeln. „Ich wollte mich von der Kritik nicht beeinflussen lassen in meinem Vorhaben, wissen Sie? Ich will mir selbst ein Bild machen.“
„Nein“, sagt sie und zögert. „Ich meine, dass Sie alleine ins Kino gehen.“

(Aus: Robert Rescue „Das Leben hält mich wach“)

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Und dann jener Mittwochmorgen, als …

Robert Rescue -periplaneta

Und dann jener Mittwochmorgen, als sie bei Dana la Taphaa übernachtet hatte. Das war häufiger vorgekommen in den sechs Monaten, die sie bislang in der Lehre war, aber bis auf diesen Morgen war nie etwas Außergewöhnliches geschehen. Sie war in Unterwäsche in die Küche gekommen. Ihre Lehrmeisterin saß bereits am Tisch. Als Tasha Me sich vom Küchenbord eine Tasse holen wollte, war es geschehen. Dana la Taphaa stand plötzlich hinter ihr und berührte sie an den Schultern, an den Armen und den Brüsten. Tasha Me hatte sich nicht dagegen gewehrt, weil sie es in diesem Moment als erregend empfand. „Dann wollen wir doch mal schauen“, so flüsterte Dana la Taphaa ihrer Schülerin ins Ohr, …
(Aus: Robert Rescue „Der Intimitätendieb“)

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Das Schlimmste am Künstlerdasein ist …

Zum Glück Robert Rescue 01

Das Schlimmste am Künstlerdasein ist die Vergänglichkeit des Geschaffenen. Ein vor Jahren geschriebener Text ist heute nicht mehr gut und ein heute geschriebener Text kann oder wird morgen schlecht sein. Bevor ich die Texte zerreiße, werfe ich einen Blick drauf, lese ein paar Sätze oder auch einen Absatz. Ich erinnere mich augenblicklich, zu welchem Zeitpunkt meines Lebens ich den Text geschrieben habe, welche Absicht dahinterstand oder welches Erlebnis ich beschrieben habe. Traumtrinker heißt ein Text. Ein sonderbarer Mann läuft nachts durch die Straßen und trinkt die Träume der Schlafenden. Meine Güte. Wozu, weshalb, warum, steht nicht im Text. Mein heutiges Ich als Autor schaut verächtlich herab auf dieses fantastische, träumerische Empfinden eines jungen Menschen Mitte 20.

(Aus: Robert Rescue „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

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Ich sitze im Schulungsraum …

Robert Rescue - periplaneta

Ich sitze im Schulungsraum an meinem Laptop und warte, dass der Existenzgründungskurs losgeht. Die anderen drei Teilnehmer, zwei Frauen und ein Mann, haben keinen Laptop mitgebracht.
Die Frau links von mir erzählt, dass sie etwas mit „Franchising“ machen will, allerdings verstehe ich aufgrund ihrer undeutlichen Aussprache nicht, für welches Produkt. Die Frau rechts von mir erklärt, sie wolle einen Kindergarten für ausländische Kinder im Prenzlauer Berg eröffnen. Der Dozent nickt zustimmend, doch ich frage mich, wie oft er die gleiche Idee schon gehört hat.
Der Mann ist Rumäne und will was mit „Bau“ machen. Konkret wird er auf Nachfragen des Dozenten nicht, seine Antwort ist immerzu „Bau“. Ich kann mir vorstellen, dass es schwierig wird, da einen Businessplan zu formulieren, der länger ist als ein Wort.
(Aus Robert Rescue: „Eimerduschen- Ein Opfer packt aus“)

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Robert Rescue  „Eimerduschen – Ein Opfer packt aus“

EimerduschenBuch & CD, September 2012, Periplaneta Berlin,
Edition MundWerk
print ISBN: 978-3-943876-52-9
epub ISBN: 978-3-943876-32-1

Pech hat jeder mal, aber manche Menschen kennen nichts anderes. Robert Rescue ist so ein Mensch.
Ob bei der Bundeswehr, beim Jobcenter oder im Clinch mit der Hausverwaltung, überall steht er in der Schlange und kommt als einziger nie dran. Er ist immer etwas zu spät, zu ehrlich oder zu nett.
Doch er macht das Beste draus und kämpft sich hartnäckig durch einen Dschungel aus Willkür, Kommunikationspannen und Inkompetenz – nur, um sich wieder ganz hinten anzustellen. Aber wenn man der Tragik des Seins mit genügend trockenem Humor begegnet, dann werden aus Rückschlägen Vorteile und aus vermeintlichen Opfern heimliche Helden.