LKW umgekippt

Ab und an packt mich die Neugier, herauszufinden, was in meiner Heimatstadt und den Dörfern ringsum so los ist. Wenn ich dann auf den Blog Nassau aktuell gehe, ist das Interesse schnell verflogen. Die Artikel wirken auf einen Großstädter, der täglich mit Polizeisirenen, Amokläufen und Verrückten in Haus und Hof konfrontiert ist, banal und zeigen den gewaltigen Unterschied in der Wahrnehmung von Geschehnissen zwischen Orten, wo einmal am Tag ein Hund bellt und Städten, wo bereits das Überqueren der Straße den Tod bedeuten kann.

Nehme ich als Beispiel mal die Ortschaft Becheln. Dort ereignete sich vor kurzem ein Scheunenbrand. Becheln, allein der Name des Ortes lässt einen glauben, das dort selten überhaupt etwas geschieht. Becheln mag von Bach kommen, vielleicht kleiner Bach, kleiner als ein Bach, ein Rinnsal. Als letztes Großereignis ist der Bau eines römischen Kastells vermerkt, gefolgt vermutlich vom erwähnten Scheunenbrand. Becheln hat nicht einmal einen Wikipedia … doch haben sie. Es gibt einen Männergesangsverein, indem vermutlich alle 669 Einwohner, nun ja, „aktiv“ sind. Weiterhin gibt es einen Fußballverein, den „SV Becheln“. Wer in Becheln geboren wird, spielt entweder sein Leben lang Fußball oder wandert aus. Wer sich mit beidem nicht anfreunden kann, geht in den Wald und sucht sich einen Baum. Der SV Becheln hat eine Homepage. Diese hat, seit Einführung des Internets, 804 Besucher gehabt. Sie hätten den Zähler weglassen sollen, er ruft bei jedem Besucher das deprimierende Gefühl hervor, sich beim ziellosen Surfen in die allerletzte Ecke des Internets verirrt zu haben. Wie ich lese, waren bei dem Brand 70 Feuerwehrleute aus der Region im Einsatz. Nicht verwunderlich, dass alle freiwilligen Feuerwehren ausrücken, wenn es irgendwo mal was zu tun gibt. Vielleicht wurde der Brand von der Feuerwehr Becheln gelegt, damit die ganzen Gerätschaften nicht vor sich hin rosten. Endlich mal was los, ruft es des Nachts von Becheln aus in die tiefschwarzen Wälder der Umgebung.
Der Wechsel des Wehrführers einer Feuerwehr ist dem Blog immer eine Schlagzeile wert, denn eine solche Personalie geschieht nur alle hundert Jahre. Wer Wehrführer wird, übernimmt das Amt für den Rest seines Lebens. Am Ende, wenn der amtierende Wehrführer dem Tode nahe ist, fahren alle Feuerwehrmänner nach Nassau, wo der Bürgermeister im Rahmen einer „Feierstunde“ ein „Präsent“ überreicht und der senile Wehrführer anschließend tot zu Boden sinkt. Dann wird ein neuer Anführer ernannt, die Dörfler verlassen flugs die Großstadt (4500 Einwohner) und zuhause wird eine Kirmes gefeiert und anschließend etwas angezündet und gelöscht.

Neulich ist in Obernhof ein LKW umgekippt. Einfach so, am frühen Morgen. Die Straße, und Obernhof hat nur eine Straße, musste gesperrt werden. Damit war der Ort für zwei Stunden von der Außenwelt abgeschnitten. Mehr ist nicht passiert. Die Feuerwehren, vermutlich auch die aus Becheln, haben den Wagen wieder aufgestellt, der Fahrer hat sich hinters Steuer gesetzt und ist weitergefahren. Zu meiner Zeit, das ist mehr als zwanzig Jahre her, ist einmal ein LKW kurz hinter Singhofen in Richtung Nassau umgekippt. Die Straße führt einen Berg hinab und der Wagen verlor seine Fracht, irgendetwas Butterähnliches. Bei 30 Grad Hitze lief das Zeug blubbernd die Straße hinab, bis es das 3 Kilometer entfernte Nassau erreicht hatte. Mehrere Tage brauchten die Einsatzkräfte, um die Straße zu säubern und die Dörfler oben wussten nicht, wie sie den Berg hoch oder runter kommen sollten.
Seit den Meldungen mit dem Hausbrand und dem umgekippten LKW ist der Blog nicht mehr aktualisiert worden. Entweder hat der Betreiber keine Lust mehr oder aber, und das halte ich für am wahrscheinlichsten, dort passiert nichts mehr. Rein gar nichts mehr.

Advertisements

Warum?

Es ist schon eine Weile her, das ich auf der Müllerstraße flanierte und am Leopoldplatz gewohnheitsmäßig einen Blick zur Woolworth-Filiale warf, um dann erstaunt innezuhalten. Vor dem Laden standen keine Wühltische, die Türen waren verschlossen und mit Papier abgeklebt. Genau in diesem Moment traten zwei Rentnerehepaare, im Gespräch vertieft, auf den Markt zu und stießen regelrecht mit den Nasen auf die verriegelten Türen. Sie blieben ebenso schockiert wie ich stehen und dachten vermutlich das gleiche wie ich: Der Woolworth hat zugemacht! Außen an den Türen klebten Zettel mit der simplen, überraschenden und erleichternden Botschaft: Wegen Umbau geschlossen!
Ich bilde mir ein, zuvor keine Hinweise auf einen Umbau gelesen zu haben und die, in meinen Augen, plötzliche Schließung ärgerte mich aus einem bestimmten Grund. Beim letzten Einkauf war mir in der kleinen, meist nicht feinen Computerecke ein USB-betriebener Mini-Staubsauger für den Schreibtisch aufgefallen. Ich hatte nicht genügend Geld bei mir gehabt und dachte mir, dass ich ihn beim nächsten Mal kaufe, wenn ich hier in der Ecke zu tun habe. Das hatte sich also erstmal erledigt. Einige Wochen später gab es einen Hoffnungsschimmer, als ein Plakat verkündete: »Wiedereröffnung in sechs Wochen« Weiterlesen

Der Wedding hat einen Knall

Ja, es ist schon sonderbar, was die B.Z, das Pflichtblatt für Leser mit Interesse an vielen Bildern und wenig Text, da exklusiv an die Öffentlichkeit gebracht hat. An der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Wedding, genauer gesagt im Kiez rund um die Bornholmer Brücke, ist seit Monaten nachts ein Geräusch zu hören und niemand kann sagen, woher es stammt. Die Anwohner sagen, es klänge wie ein tiefes Grollen oder wie der Knall einer Explosion.
Die B.Z. lässt sich nicht lumpen und bestellt einen Toningenieur ein, der mit einer riesigen High-Tech-Akustik-Kamera das Areal scannt. Und tatsächlich hören Ingenieur und Reporter um 22:57 Uhr ein dumpfes Grollen, dessen visuelle Umsetzung auf dem Monitor der Reporter vor laufender Kamera als »ballförmiges Ding in verschiedenen Farben« beschreibt. Die erste Vermutung des Toningenieurs weist auf eine unterirdische Detonation hin.

Natürlich versucht die B.Z., eine technische Ursache für das Geräusch zu finden und fragt die umliegenden Wirtschaftsbetriebe, ob sie verantwortlich sein könnten. Die BVG erklärt, sie habe ihre Schienen in dem Gebiet untersucht und keine Auffälligkeit finden können. Eine Sprecherin von Bayer erklärt: »Wir sind allen Möglichkeiten einer Geräuschquelle auf unserem Werkgelände nachgegangen. Wir konnten allerdings keinerlei Zusammenhang feststellen.« Weiterlesen

Ich und mein Blog

Seit der Veröffentlichung meiner Kurzgeschichtensammlung „Eimerduschen“ habe ich einen Blog. Zuvor hatte ich jahrelang eine Website mit einer Textauswahlseite und einer Terminseite. Auf die Textauswahlseite habe ich zu Beginn mal ein paar Kurztexte hochgeladen und danach nie wieder. Meine Terminseite habe ich alle halbe bis dreiviertel Jahre aktualisiert. Kurzum, jeder Besucher meiner Website musste den Eindruck gewinnen, dass es sich um eine veralte Homepage eines total verpeilten Typen handelt. Fünf Monate nach dem Hochladen des WordPress-Blogs von Robert Rescue muss jeder Besucher den Eindruck gewinnen, es handele sich um einen veralteten Blog eines total verpeilten Typen. Dabei habe ich mich ja am Anfang ins Zeug gelegt und mir gesagt, dass ich jede Woche was Neues reinstellen muss. Dazu hatte ich mir die Messlatte hoch gelegt. Ich wollte nicht wie andere Kollegen den aktuellen Text der Woche reinsetzen, das war mir zu einfach. Ich wollte extra Texte nur für den Blog schreiben, interessante Artikel über das Leben und Schaffen des Robert Rescue. Außerdem sollten die Texte nicht zu lange werden, denn die Aufmerksamkeit des Internetnutzers ist gering und ich kenne es selbst zu genüge, auf einen Link zu klicken, dann eine ellenlange Textwüste zu erblicken und sogleich das Interesse zu verlieren, den Text zu lesen. Nach fünf Monaten muss ich also zugeben, dass ich diesem Anspruch nicht gerecht geworden bin. Spöttische Leser und Hörer werden vermutlich denken, dass die Ursache in dem Anspruch liegt, „interessante Artikel über das Leben und Schaffen des Robert Rescue“ schreiben zu wollen. Wenn ich so darüber nachdenke, muss ich zugeben, dass das ein Grund sein könnte. Ich sehe aber auch noch andere Gründe: Wenn ich schreibe, dann schreibe ich Texte für die Bühne und wie oben erwähnt, will ich diese Texte nicht in den Blog stellen. Ein reinrassiger Blogger kennt das Problem nicht, er schreibt meist nicht für die Bühne, sondern für seinen Blog. Ich lese keine Bücher, also schreibe ich keine Rezensionen, ich backe nicht, also kann ich keine Rezepte schreiben, ich bin nicht journalistisch tätig, also kann ich keine Artikel schreiben. Ich erlebe nichts, also kann ich nichts berichten. Das wenige, was ich außerhalb der Bühnentexte schreibe, stelle ich bei Facebook rein, also so Postings wie „Die H-Milch im ALDI ist diese Woche 6 Cent billiger“ oder „Hier ein Foto vom Abendessen im Schraders“. Ich könnte es auch in meinen Blog stellen und dann auf Facebook posten, dass ich was auf meinen Blog veröffentlicht habe, aber das finde ich lächerlich. Zusammengefasst muss ich sagen, dass ich mir mit dem Blog ein Bein gestellt habe.
Trotzdem besuchen immer noch Leute meinen Blog und ich schaue beinahe täglich, wie viele Aufrufe es gegeben hat. Manchmal ist es nur einer am Tag, manchmal aber auch zehn oder sogar zwanzig und jedes Mal habe ich das schlechte Gewissen, dass ich die Besucher enttäuscht haben muss. Immer wieder frage ich mich, wie die Leute meinen Blog gefunden haben und aufschlussreich sind da die Statistiken zu den Suchbegriffen. Neben vernünftigen Suchbegriffen wie „eimerduschen“, „rescue robert“ und „robert rescue lesung“ und ganz aktuell „opfer abo robert rescue“ finden sich dort aber auch irrwitzige Suchbegriffe. „bundeswehr satyre über kommunikation“ ist ein erstes Beispiel. Tatsächlich ist in meinem Buch ein Text über meine Wehrdienstzeit enthalten und auf dem Blog findet sich ein Link zum Satyr-Verlag, aber ich bezweifele, dass derjenige auf meinem Blog gefunden hat, wonach er gesucht hat. So gesehen glaube ich, dass er unter keinem der Treffer das richtige gefunden hat, vermutlich weil er selbst nicht wusste, was er suchte. Bei „teste ruckerkarton“ muss es sich um einen Rechtschreibfehler handeln, aber was hat derjenige stattdessen gesucht? Vielleicht „teste Druckerkarton“ oder besser noch „Reste Druckerkarton“? Aber warum landet der dann auf meinem Blog? Keiner der Texte dort handelt von einem „Druckerkarton“ und wenn ich jemals darüber schreiben würde, dann würde ich es „Druckerverpackung“ nennen. Den Suchbegriff „nachgeschichte station erde außerirdische“ hat bestimmt ein Esoteriker oder ein Weltuntergangsfan eingetippt, aber warum landet er auf meiner Seite? Derjenige, der „was antworte ich kollegen beim abschied“ bei Google eingeben hat, wurde wahrscheinlich von seinen Kollegen auf ein grundsätzliches Kommunikationsproblem hingewiesen, aber die Lösung dafür findet er nicht bei mir. Der Höhepunkt all dieser merkwürdigen Suchbegriff ist jedoch der, welcher mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat –  „vertrag unterschrift kuli kaputt“. Diese vier Worte lassen in mir folgendes Bild aufsteigen. Irgendjemand sitzt an einem Schreibtisch und will einen Vertrag unterschreiben und in dem Augenblick, wo er mutmaßlich seine drei X kritzeln will, geht der Kugelschreiber kaputt. Unter normalen Umständen kann davon ausgegangen werden, dass sich auf dem Tisch oder sonst wo im Haushalt ein Ersatzstift findet und sei es ein Bleistift oder ein dünner Textmarker. Wenn nicht, könnte derjenige auch einen Nachbarn um Hilfe bitten oder sich vornehmen, gleich morgen einen Stift zu kaufen und den Vertrag dann zu unterschreiben. Offenbar kam dieser Mensch aber auf keinen anderen Gedanken, als sein Problem zu googeln. Das eröffnet eine ganz neue Dimension des „googelns“.
Gibt es bereits Menschen, die keinen gesunden Menschenverstand mehr besitzen und selbst die banalsten Dinge des Lebens googeln müssen? Existieren bereits Suchanfragen in der Art von „wie fenster zu machen?“ oder „wo salz kaufen?“ Ich bin ja fast versucht, mal die Probe aufs Exempel zu machen und „wo salz kaufen?“ bei Google einzugeben, aber ich fürchte, ich werde nicht den Hinweis „Keine Suchergebnisse gefunden“ erhalten. Verdammt, jetzt habe ich es getan und bekomme ungefähr 4 Millionen Suchergebnisse, aber keiner führt zu meinem Blog. Dagegen muss ich was tun und ich weiß auch, was.

Erinnerung an früher (03/2008)

Hätte niemand gedacht, daß der Streik so lange dauern würde. Angefangen hatte alles mit einem Warnstreik im Februar 2008, als Busse und Bahnen für ein paar Tage stillstanden. Die Berliner nahmen diese Arbeitsniederlegung als willkommene Abwechselung des gewohnten öffentlichen Nahverkehrs wahr. Endlich mal anders zur Arbeit kommen, lautete für viele die Devise. Manche entstaubten das Fahrrad oder standen zwei Stunden früher auf, um zu Fuß ihr Ziel zu erreichen.

Im März begann dann der richtige, der unbefristete Streik. Nach einer Woche ungewohnten Reisens bekamen viele Berliner aber Entzugserscheinungen, andere waren schon nach den ersten Tagen genervt.

Alle hofften, daß sich die Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeber BVG bzw. der Senat auf eine Lösung einigten, aber keiner konnte ahnen, wie zäh die Auseinandersetzungen verlaufen würden. Im Juli 2008 kam erst Bewegung in die Verhandlungen. Die Berliner hatten zu diesem Zeitpunkt schon gut vier Monate auf U-Bahnen und Straßenbahnen verzichten müssen und der eine und andere Hauptstädter versicherte, nicht mehr zu wissen, wie das mit dem U-Bahnfahren überhaupt gehe.

Die Berliner Tourismus-Werbung hatte zu diesem Zeitpunkt die Misere längst erkannt und ihr Marketing soweit abgeändert, daß von einem „teilweise intakten öffentlichen Nahverkehr“ gesprochen wurde, der, so hieß es weiter, „kreativen Spielraum bei der Bewältigung von Strecken ermögliche“, was „so gesehen keine internationale Metropole bieten könne.“

Der Arbeitgeber war plötzlich bereit, die geforderten 12 Prozent mehr Lohn zu zahlen, doch ver.di wollte mit einem Mal noch zwei Zuschläge, nämlich Sitzkissen für alle Fahrer sowie WLAN-Zugang in allen Straßenbahnen. Die BVG reagierte empört, brach die Verhandlungen ab und ist bis heute nicht an den Verhandlungstisch zurückgekehrt.

Wir schreiben das Jahr 2014. Fahren mit der U-Bahn ist nur noch eine Erinnerung. Eltern erzählen ihren Kleinkindern als Gute Nacht Geschichten davon, wie das früher war, wenn man die Treppen rauf – oder runterstieg, auf die Zeittafeln blickte, erfreut war, weil die nächste gleich kam oder sich ärgerte, weil man die U-Bahn gerade verpaßt hatte. Weiterlesen

Ralle und Oever

Es gibt Dinge, die begegnen einem ständig. Menschen vor allem, zum Beispiel ein Partner oder Arbeitskollegen, aber auch Örtlichkeiten wie eine Haltestelle, ein Arbeitsort oder eine Wohnung. Mir geraten zwei bestimmte Menschen an einem bestimmten Ort jeden Tag ins Blickfeld, allerdings nicht leibhaftig, sondern in Form einer konservierten Nachricht an der Flurwand. Manchmal, wenn ich die Treppen hochsteige, denke ich, daß irgendwann ein Neutronenbombenkrieg ausbrechen wird, der die gesamte Menschheit dahinraffen, nicht aber ihre Hinterlassenschaft auslöschen wird. Tausend Jahre später wird dann eine außerirdische Expedition auf der Erde landen und die konservierte Nachricht an der Wand entdecken, in der Oever ausdrückt, daß er, wie verabredet, um 20: 15 Uhr da war, aber Ralle nicht und daß Oever sich darüber verwundert zeigt und auffordert, diesbezüglich angerufen zu werden. Der Originalwortlaut ist übrigens: „Hallo Ralle, ich war um 20:15 Uhr hier. Wo warst du? Ruf mich an, Oever.“

Interessant finde ich, daß ich davon jetzt aus einer Distanz von etwa 5 Metern schreibe, wo ich sonst direkt davor stehe und es lese. Ich lese es einerseits, weil ich die diffuse Hoffnung hege, eines Tages würde dort mal etwas anderes stehen, zum anderen überlege ich jedes Mal, in welchem Verhältnis die beiden zueinander standen und was sie heute so machen.

Wie lange eigentlich steht diese Nachricht schon an der Wand? Mindestens seit der Zeit, seit ich hier wohne, doch wann davor verschrieb sich Oever der modernen Höhlenmalerei? Und macht er das heute noch oder benutzt er SMS?

Gibt es viele Hausflure, in denen sich Oever beinahe verewigt hat oder erblicke ich tatsächlich den einzigen Original-Oever, ein Meisterstück Berliner Verabredungshistorie?

Seit den Achtziger Jahren war es in Ostberlin üblich gewesen, an der Tür eine Box mit Zetteln oder eine Rolle mit Abreißblättern zu befestigen, damit jemand wie Oever ganz devot eine klitzekleine Nachricht hätte hinterlassen können. Mal angenommen, Ralle hatte so einen Zettelkasten, warum hat dann Oever, dieser Arsch, die halbe Wand mit seinem wehleidigen „Du hast mich versetzt“ Gejammer vollgekritzelt? Weiterlesen