Wo sind die Eimerduschen?

Eimerduschen - Robert Rescue - periplaneta

Die schlechte Nachricht zuerst: Die „Eimerduschen“ sind alle.

Allerdings darf so ein Klassiker natürlich nicht sterben. Also hat der Verlag eine Neuauflage angekündigt. So eine frohe Kunde euphorisiert alle Beteiligten. Und so wird es von Herrn Rescue noch im Jahr 2017 einen neuen Kurzgeschichtenband geben. Nach „Eimerduschen“ und „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“ ist das dann der dritte. Zum eigenen Werksverzeichnis ist es dann nicht mehr weit.

www.periplaneta.com

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Robert Rescue „Der Nasenhaartrimmer“ (YouTube)

Robert Rescue : Beauty Tipps für den Mann jenseits der Norm Pt.2

Der neue You Tube Channel.

Heute zeigt dir Robert, wie man Nasenhaare effektiv entfernt und dabei noch noch sinnliche Freuden erlebt. Sei dabei!

Robert Rescue „Das Gesichtstattoo“ (YouTube)

Teil 1 der Beauty Tipps für den Mann jenseits der Norm von Robert Rescue. Wie man sich stylisch macht für die Straße.

Robert Rescue auf der Leipziger Buchmesse 2014

Mit „Der Intimitätendieb“ im Gepäck geht Periplaneta auf die Leipziger Buchmesse 2014. Auch Robert Rescue wird leibhaftig anwesend sein. Er wird er sich am Sonntag, den 16.03.14 ab 13 Uhr direkt am Messestand F212 bis 214 in Halle 5 (der mit dem Kühlschrank) mit Kuscheltieren bewerfen lassen, Bücher bemalen und  daraus vorlesen, nachdem er die Mundwerk Spoken Word Gala im Städtischen Kaufhaus mit seiner Anwesenheit bereichert hatte.

Mundwerk Spoken Word Gala 2 @ Städtisches Kaufhaus Leipzig | Leipzig | Sachsen | DeutschlandMundwerk Spoken Word Gala 2 @ Städtisches Kaufhaus Leipzig
15. 03.2014 –  20:00 – 22:15

“Leipzig liest” ist ein Novum. Denn es scheint insbesondere eine Leipziger Eigenart zu sein, dass bestimmte Großereignisse von der ganzen Stadt mitgefeiert werden. In diesem Fall ist es die Leipziger Buchmesse. In deren Rahmenprogramm veranstaltet Periplaneta u.a. zwei seine Spoken-Word-Galas. Bei MundWerk erlebt das Publikum das Beste aus Bühnenliteratur und Poetry Slam was natürlich auch, zu einem nicht unwesentlichen Teil in der gleichnamigen Edition des Verlags veröffentlicht wurde. Am Samstag, den 15.03. 2014 gastieren wir im Städtischen Kaufhaus zu Leipzig. Der Name mag irritieren, denn das Kaufhaus ist eine der angesagtesten Partylocations der Stadt und liegt mitten in der City, ist also vom Hauptbahnhof bequem zu Fuß zu erreichen. Wir warten auf mit einem atemberaubenden Lineup.

Wir begrüßen Robert Rescue, Mitglied der legendären Brauseboys und Lea Streisand von der Berliner Lesebühne Rakete 2000. Auf der Bühne wird auch Regisseur und SlamPoet René Sydow zu erleben sein. Neu bei Mundwerk ist Hank Zerbolesch aus Wuppertal, dessen Debüt “Rausch-Hour” zur Buchmesse seine Premiere hat. Und wir stellen Nicolas Schmidt aka. Bybercap vor, der neben seiner Karriere als Slammer noch als Oberstudienrat jobbt und mit der Aufarbeitung des Schulalltags auf den Slam- und Kabarett-Bühnen gerade für Furore sorgt. 

Durch das Programm führt ToM Manegold.

Der Eintritt kostet 6 €. Und dafür darf man auch zur Party bleiben …

 

Zu Besuch im Radio (Lethargie pur)

„Hörst du eigentlich FluxFM?“

„Ja, bis vor einer Weile. Aber nur am Wochenende, wenn meine Freundin zu Besuch ist und wir gemeinsam frühstücken. Wir streiten aber manchmal, auch so körperlich mit Tritten und Schlägen und da bin ich mal gegen das Radio gefallen. Das ist runtergefallen und seitdem hören wir Radio Paradiso.“

„Wahrscheinlich hat sich die Frequenz verstellt. Stell mal 100,6 ein.“

„Ach so? Das wusste ich nicht. Dann probiere ich das mal.“

Die Wandlung der Örtlichkeiten

Als ich den Roman »Der Intimitätendieb« vor 16 Jahren begann, habe ich verschiedene Orte, zu denen ich damals mehr oder weniger einen Bezug hatte, in die Handlung eingebaut. Wann immer ich in den letzten Jahren an dem Manuskript arbeitete, musste ich erkennen, dass ich die Bezüge fast vollständig verloren habe. Meine Erinnerung ist teilweise verblasst und meine Wahrnehmung hat sich verändert, so dass vor der Veröffentlichung eine Überprüfung anstand, ob ich mit diesen Örtlichkeiten überhaupt noch etwas anfangen kann.

preussenparkEin Beispiel dafür ist der Park, in dem sich Hakim, der Intimitätendieb und sein Kunde und Schuldner Wladimir treffen, eine Begegnung, dessen Verlauf das weitere Handeln des Intimitätendiebes maßgeblich beeinflussen wird. Irgendwann vor zehn Jahren, als ich diese Szene schrieb, kam ich aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auf die Idee, diese Szene im Preußenpark in Wilmersdorf spielen zu lassen. Problematisch war nur, dass ich bis dahin und bis heute noch nie im Preußenpark gewesen bin. Jahrelang grübelte ich darüber, warum ich mich für diesen Park entschieden hatte. Hatte mir jemand davon erzählt und gemeint, dass er toll sei und ich ihn mal besuchen sollte? Habe ich das nicht geschafft und den unbewussten Frust darüber dadurch verarbeitet, dass ich diesen Ort für den Roman gewählt habe? Als ich 2011 wieder einmal am Manuskript arbeitete, musste ich eine Entscheidung treffen. Ich googelte den Preußenpark und schaute mir ein paar Bilder an, um sie als Ortsbeschreibung einzufügen. Eine moderne Form der Recherche, dank Google, doch irgendwie nicht lebensecht. Ich musste also dorthin fahren, durch den Park schlendern und das Gesehene auf mich einwirken lassen. Dazu aber fehlte mir die Lust. Also entschied ich mich dafür, den Schauplatz zu verlagern. Seit ein paar Jahren lebte ich im Wedding und kannte einen Park recht gut – den Schillerpark. Ich schmiss also alle Beschreibungen des Preußenparks raus und ersetzte sie durch den Schillerpark. Der Intimitätendieb betritt den Park am Eingang, der am Friedhof liegt. Er zögert, weil er sich bewusst ist, was sein Vorhaben für Konsequenzen nach sich ziehen wird. Er geht in sich, ermutigt sich und steuert die erste Bank an der linken Seite an, wo er sich mit Wladimir verabredet hat. Drei Kumpels von Wladimir stehen auf und entfernen sich ein Stück. Kurz darauf beginnt ein Gespräch:

„Ich bekomme immer etwas Schiss, wenn du anrufst. Dann muss ich daran denken, was ich dir noch schulde. Um was geht es diesmal, mein Freund?“
„Warst du schon bei dem Dönerproduzenten und hast ihm das Material gezeigt, das ich dir neulich in der temporären Kneipe gegeben habe?“, fragte Hakim zurück.
„O ja, das habe ich. Er überlegt noch, aber er wird keine Wahl haben. Dann bin ich wieder gut im Geschäft.“
„Aber nicht gut genug, um deine Schulden zu begleichen.“
„Ach, Hakim, das Schlimme an Gesprächen mit dir ist, dass du nur an das Geschäft denkst.“
„Deswegen bin ich ja auch erfolgreich, Wladimir.“

Aber der Preußenpark war nicht die einzige Baustelle. Am Ende des Buches spielt ein herrschaftliches Anwesen am Dubrowplatz in Zehlendorf eine wichtige Rolle. Dort erfährt die junge Hexe Tasha Me, wie der Mörder den Hexen auf die Schliche kommen konnte, obwohl diese in der Anonymität leben. Sie trifft auf einen alten Mann, von Beruf Rechtsanwalt und Notar, der Oberhaupt eines einstmals mächtigen Familienclans ist. Für den Dubrowplatz gilt dasselbe wie für den Preußenpark – ich bin da noch nie gewesen. Vermutlich hat mir derselbe Mensch, der mir vom Preußenpark erzählt hat auch vom Dubrowplatz berichtet und ich habe mir gedacht, gut, ich hätte gerne ein herrschaftliches Anwesen an einem Platz in Zehlendorf, dann nimm ich doch diesen. Aber gab es dort überhaupt ein herrschaftliches Anwesen?
Ich kam auf den Gedanken, Street VIEW zu nutzen, um einen besseren Einblick zu bekommen. Kurz darauf bewegte ich mich virtuell am Dubrowplatz und fand tatsächlich ein herrschaftliches Anwesen, das meinen Vorstellungen entsprach. Den dazugehörigen Carport ließ ich in die Beschreibung einfließen, um beim Leser den Eindruck zu erwecken, ich würde mich dort auskennen, doch eine Bearbeitung später schmiss ich die Stelle wieder heraus, weil sie überflüssig war.
Doch mir kamen Zweifel, ob ich mich so einfach aus der Affäre ziehen konnte. Von einem Romanautor erwartete man doch, dass er alles Beschriebene gesehen oder erlebt hat. Das wurde aber schwierig bei einem fantastischen Krimi, in dem es keinen Ich-Erzähler gibt. Zudem gab es ja noch die Ausrede der »künstlerischen Freiheit«. Der Platz ist nicht erfunden, das Anwesen auch nicht und das ich nie dort gewesen bin, merkt doch ohnehin keiner. Trotzdem, das schlechte Gewissen belastete mich. Zwei Tage vor Abgabe des Manuskriptes fuhr ich zum S-Bahnhof Mexikoplatz.
Ich lief die Dubrowstraße entlang, bis ich zum Platz gelangte. Dort schlenderte ich um den viereckigen Platz und bestaunte all die Villen.
Vor dem Haus, das ich im Buch beschrieben habe, blieb ich einen Moment stehen und stellte mir vor, dass mich in diesem Augenblick die Bewohner aus dem Fenster heraus angafften und sich fragten, was der Fremde hier zu suchen hat. Ich winkte in Richtung des Hauses, trat den Heimweg an und redete mir den ereignislosen Ausflug schön, dass ich mein schlechtes Gewissen beruhigt hatte.

Ein anderes Problem bereitete mir die Winsstraße im Prenzlauer Berg. Angesichts meiner heutigen Wahrnehmung, vor allem meiner Hassliebe zum Wedding, sollte ich von der Winsstraße Abstand nehmen und die Handlung in eine Weddinger Straße verlegen, am besten in eine, von der ich sicher sein kann, dass sich dort seit zwanzig Jahren nichts verändert hat. Ich tue es aber nicht und das hat sentimentale Gründe.
Würde ich das Buch heute beginnen, lägen vermutlich alle Örtlichkeiten im Wedding, schlimmstenfalls würde das Buch nur in meiner Wohnung spielen. In der Winsstraße hielt ich mich Ende der Neunziger Jahre oft auf. Der Roman beginnt im Schlafzimmer einer sanierten Wohnung, und zwar am Donnerstag, 12. August 1999. Nun meine ich mich zu erinnern, das Ende der Neunziger Jahre noch nicht viele Häuser in der Winsstraße saniert waren, vielleicht nur eins oder vier, vielleicht aber auch gar keins. Im Zuge der Fertigstellung des Romans fragte ich auf Facebook danach, doch die Ergebnisse waren mau. Eigentlich äußerte sich nur einer und der meinte, die nahegelegene Marienburger Straße sei noch unsaniert gewesen, aber ob das auch für die Winsstraße gelte, daran könne er sich nicht mehr erinnern. Für die Handlung ist es nicht gleichgültig, ob saniert oder nicht, und ich wäre froh drum, in dieser Angelegenheit Klarheit zu haben. Ich habe mal von Projekten gehört, wo Leute über Jahre hinweg einmal im Jahr ein Foto von der Straße, in der sie leben, aufnehmen und auf diese Weise eine Dokumentation anlegen, wie sich ihr Kiez, gerade in Zeiten der Gentrifizierung, verändert. Warum zum Teufel hat das niemand in der Winsstraße gemacht und das ganze unter http://www.meinewinsstraße.de ins Netz gestellt?

Von all diesen Überlegungen ist nur ein Ort verschont geblieben. Die Kneipe, in der Hakim die gestohlenen Intimitäten an seine Kundschaft verkauft. Die temporäre Kneipe ist einfach überall und sie ist zeitlos.
Zum Schluss eine Art Wegbeschreibung. Ehrlich gesagt, ich bin ihr noch nicht gefolgt, wahrscheinlich aus Furcht, dass sie stimmt und ich dann Hakim und all die anderen sonderbaren Besucher dieses Ortes kennenlerne.
Die wichtigste Voraussetzung, um die temporäre Kneipe betreten zu können, ist die Vorstellung, sie betreten zu können. Man muss also wissen, dass es sie gibt oder zumindest daran glauben. Das Letztere erledigt sich, wenn man einmal dort gewesen ist.
Man muss nur davon überzeugt sein, dass, wenn man irgendeine beliebige Kneipe betritt, diese die temporäre ist. Das erste Mal betritt man sie, wenn man vor irgendeinem Laden steht und diesen vom Äußeren her als unangenehm empfindet, ihn gar nicht betreten will und es aus irgendwelchen Gründen dann doch tut. Die temporäre Kneipe ist überall und nirgends. Ihr Standort ist so vage, dass weder Verkäufer von Rosen noch von pfeifenden oder blinkenden Plastikfeuerzeugen hereinkommen. Da diese allerdings in Berlin allgegenwärtig sind, liegt die Vermutung nahe, den Standort der temporären Kneipe im Ausland, auf dem Jupitermond Io oder in einem Paralleluniversum zu vermuten.

Das neue Brausebuch ist im Handel

10jahre

10 JAHRE BRAUSEBOYS – DAS JUBILÄUMSBUCH

Berlins jüngste wöchentliche Lesebühne wird zehn! Zum Jubiläum öffnen die Brauseboys die Geheim­archive und plündern ihre Giftschränke: Die schrägsten Fotos, die besten Texte, die schlimmsten Tour-Erlebnisse. Ein Buch zwischen Wedding und Welt­raum, Fischrap und Gentrifizierungsblues, Übernachtungen neben Klapperschlangen, Kopftuchmädchen, Papst Ananas II. und dem Binger Mäuseturm. Ein Muss für jeden Brauseboys-Fan!

Klappenbroschur
352 Seiten, inklusive 32 Farbseiten
mit beigelegter DVD (117 Min. Audiomaterial, 85 Min. Videomaterial)
Satyr-Verlag
16,00 €
ISBN: 978-3-944035-06-2
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Schindluder und Moralapostel

Moralapostel

SCHINDLUDER UND MORALAPOSTEL – VISION & WAHN ANTHOLOGIE II“, Lesebühnentexte von den Vision & Wahn Autoren und Gästen, Buch, Softcover 142 S., 19×13,5cm, print ISBN: 978-3-943876-63-5, epub ISBN: 978-3-943876-27-7, Edition Mundwerk, GLP: 10 € (D). VÖ: 02.09.2013


Die Berliner Lesebühne Vision & Wahn bricht seit 2004 emsig die Konventionen der Kleinkunst-Unterhaltung. Jeden ersten Montag wird im Periplaneta Literaturcafé viel gelacht, allerdings auch gegrübelt, philosophiert und gestorben. Ob Ereignisse aus dem Künstlerdasein, ein Leben ohne Aldi, ein Trip in Thailand, der freie Wille oder quantenmechanische Probleme eines Hamsters,  in dieser zweiten Anthologie wird der Alltagswahn zynisch zerpflückt, in Texten, Gedichten und einem Puppentheater aufgearbeitet und explizit zur Schau gestellt. Wer dabei allerdings zum Schindluder und wer zum Moralapostel wird, musst Du selbst herausfinden.

Mit Beiträgen von Marion Alexa Müller (Vision & Wahn), Robert Rescue (Vision & Wahn, Brauseboys), Thomas Manegold (Vision & Wahn, OWUL), Clint Lukas (Surfpoeten), Dirk Bernemann (OWUL), Frank Klötgen (Spree vom Weizen), Mena Koller (Lunge), Konrad Endler (Surfpoeten), Arno Wilhelm (Dichtungsring), Michael André Werner (Brutusmörder), Mareike Barmeyer (Rakete 2000), Matthias Stohr-Niklas (Dichtungsring), Heiko Heller, Theresa Rath, Paul Waidelich, CKLKH Fischer.

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Folienrecycling

„Eimerduschen – Ein Opfer packt aus“ wird in einer Folie eingeschweißt ausgeliefert und um diese Folie soll es in diesem Beitrag gehen. Viele Käufer des Buches reißen die Verpackung ab und schmeißen sie weg, dabei lässt sich die Folie für vielerlei Dinge weiterverwenden. Ein anfängliches Problem beim Schreiben dieses Textes war, dass ich hier keine Folie habe. Also ich habe Exemplare von „Eimerduschen“ hier, aber ich wollte von keinem Buch die Folie entfernen. Bücher habe ich in den letzten Tagen einige verkauft, doch die Käufer wollten sich das Buch nicht signieren lassen, sondern haben es mit Folie mitgenommen. Dankenswerter Weise hat mir mein Verlag Periplaneta geholfen und mir eine Folie überlassen. Im Folgenden stelle ich ein paar Möglichkeiten vor, wozu sich die Folie noch gebrauchen lässt.

Zum Beispiel als Brötchenaufbewahrungstüte, entweder für zuhause oder für unterwegs:

 

In der kommenden kalten Jahreszeit als Handschuh oder als origineller Boxhandschuh:

 

Als Kulturbeutel, allerdings nur für das nötigste. Der Kulturbeutel steht auf der „Waschmaschine des Grauens“, die mir allerdings gerade keine Furcht einflößt.

 

Als trendiger Geldbeutel oder als Sparschwein für das überschüssige Kleingeld, das man dann irgendwann zur Bank bringt.

Und als Teebeutel. Heißes Wasser rein, ziehen lassen und dann in eine Tasse schütten.

Wer die Folie das Buch erwerben möchte, kann dies u.a. hier tun:

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Geschichten rund um Geschichten: Ein riskantes Experiment

Neulich schickte ein Lesebühnen-Kollege einen Link zum „BlaBlaMeter“ herum. Ich habe mir einen Bookmark zu der Seite (auf die Seite? an die Seite?) gesetzt, obwohl ich eigentlich nicht vorhatte, dieses Skript auszuprobieren. Also vielleicht mit dem Text eines Kollegen oder mit einem langweiligen Posting auf Facebook, aber auf keinen Fall mit einem eigenen Text. Zu groß wäre die Sorge, dass der BlaBlaMeter meine Texte als Bullshit entlarvt und ich in meinem Schriftsteller-Ego erniedrigt werde. Gut möglich, dass ich mich in dem Fall schnell wieder aufrichte mit dem Gedanken, dass dieses Skript nicht in der Lage ist, einen großartigen Text des wunderbaren Robert Rescue in irgendeiner Weise zu „analysieren“. Kann aber auch sein, dass ich stattdessen einen Strick nehme.

Jetzt aber wage ich das Experiment. Ich rufe die Website auf und überlege, welchen Text ich ausprobieren soll. Ich entscheide mich zunächst für einen aktuellen Text, der nicht in „Eimerduschen“ enthalten ist. Darin geht es um das Schneidergeschäft hier nebenan, das plötzlich schließen musste und das kurze Zeit später als Internet-Café wiedereröffnet wurde. Ein typisches Schicksal alteingesessener Geschäfteinhaber hier im Wedding. Der Text beschreibt im Wesentlichen meine Trauer, den Schneider verloren zu haben. Von daher glaube ich, dass er nur wenig Bullshit enthalten wird. Ich kopiere den Text in das Feld und drücke auf den Button „Text testen“

Das Ergebnis:

Ich bin erleichtert. 0.08. klingt irgendwie beruhigend. Offenbar mache ich beim Schreiben alles richtig. Ich bin toll, ich bin ein Genie!

Skeptische Leser dieses Textes werden jetzt einwenden, wie es denn mit Texten steht, die in „Eimerduschen“ veröffentlicht sind. Also mache ich das Experiment und wähle den Text „Down and out“. Dieser beschreibt eine morgendliche Situation in der S-Bahn und mein Nachdenken über den T-Shirt-Aufdruck einer mir gegenüber sitzenden Frau.

Das Ergebnis:

Verdammt, 0.15 Bullshit-Anteil! Wie konnte das passieren? Was mache ich jetzt? Das Buch ist längst in Druck. Ich sitze eine Weile sprachlos vor dem Computer, bis ich mir sage, dass dieses Skript nicht in der Lage ist, einen großartigen Text des wunderbaren Robert Rescue in irgendeiner Weise zu „analysieren“.

Danach lösche ich den Bookmark.

Es gilt weiterhin:

Die Releaseparty zum neuen Werk „Eimerduschen“ findet am 15.09.12, ab 21:30 Uhr im Kunst und Kultur Verein Mastul in der Liebenwalder Straße 33, 13347 Berlin statt.

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