Meine Stimme war weg.

Zum Glück Robert Rescue periplaneta

Meine Stimme war weg. Anfangs war es nur eine Heiserkeit, die am nächsten Tag nicht abgeklungen war. Die Stimme wurde zu einem Krächzen, die, um mein neues Wissen anzuwenden, weit, weit weg von der Indifferenzlage lag. Normales, alltägliches Sprechen wäre bei der Erkältung keine Gefährdung gewesen, doch die Stimmübungen hatten die Stimmbänder angegriffen.
In der Folgezeit versuchte ich es mit etwa 500 Liter Kamillentee, Schweigen, dem Gurgeln von ungenießbarem Salbeitee und Aluminiumchlorid-Hexahydrat. Der Name des Letzteren drückte aus, was passierte, wenn man das Zeug aus Versehen schluckte. Es schmeckt in etwa wie ein Bier, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum seit vier Jahren abgelaufen ist. Ein Kollege hatte mir das Zeug empfohlen und inzwischen glaube ich, dass er es nicht aus Hilfsbereitschaft getan hat, sondern weil er mich aus dem Weg schaffen wollte.

(Aus: Robert Rescue „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

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Ein berühmter Gelehrter hat mal gesagt:

Robert Rescue - periplaneta

Ein berühmter Gelehrter hat mal gesagt: „Das größte Geheimnis einer Frau ist ihre Handtasche.“ Frauen bewahren darin grundsätzlich folgende Dinge auf: Eine Handgranate (zum Selbstschutz), einen Positronenlaserzerstäuber (auch zum Selbstschutz), eine lokal wirkende Neutronenbombe im Ladylook-Format (mehr als zum Selbstschutz), eine Packung Taschentücher, Pfefferminzpastillen, ein Handy sowie diverse andere Dinge, die leider meine Phantasie übersteigen.
(Aus Robert Rescue: „Eimerduschen- Ein Opfer packt aus“)

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Das Display im Jobcenter …

Robert Rescue - Die ganze Wahrheit -

Das Display im Jobcenter zeigte meine Nummer an. Begleitet von den neidischen Blicken derer, die nach mir dran sein würden, verließ ich das Wartezimmer, ging rüber zu Zimmer 422 und trat ein. Geschockt blieb ich stehen! Mir gegenüber saß Silke. Silke, mit der ich vor einigen Jahren mal zusammen gewesen war und die ich von einem Tag auf den anderen wegen einer anderen verlassen hatte. Ich hatte ihr keine Gründe genannt oder später wieder Kontakt gesucht. Ich hatte sie so verlassen, wie alle Männer vor mir es getan hatten. Ich hatte gedacht, dass das okay sei für sie, schließlich war sie daran gewöhnt.

Aus: Robert Rescue „Arbeitslos melden“ (Schindluder & Moralapostel)

Jeden ersten Montag: www.visionundwahn.de

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Ich achte stets streng darauf, dass …

Robert Rescue - periplaneta -

Ich achte stets streng darauf, dass sich in der Umgebung des Hauses, in dem ich wohne, nichts Außergewöhnliches, somit Verdächtiges tut und wenn doch, dann gehe ich dem sofort nach. Als ich vor einigen Tagen nachts nach Hause kam, stand vor dem Haus ein PKW, in dem eine, offensichtlich wartende Person saß. Was hat das zu bedeuten?, fragte ich mich sogleich und lenkte meine Schritte zu dem Fahrzeug.
„Kann ich Ihnen helfen?“
„Nein … nein, danke. Ich warte auf meinen Kollegen. Der hat da in der Hausnummer 101 einen Auftrag zu erledigen.“
„Einen Auftrag zu erledigen? Morgens um 3 Uhr? Wie Rohrverleger der Berliner Wasserbetriebe sehen Sie mir nicht aus.“
„Nee, sind wir auch nicht. Wir sind Auftragskiller, Bert und ich. Bert macht gerade seine Arbeit und ich sehe zu, dass ihn dabei niemand stört.“
(Aus Robert Rescue: „Eimerduschen- Ein Opfer packt aus“)

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„O-Ton Ute“ war meine erste Lesebühne.

Robert Rescue - Die ganze Wahrheit -

„O-Ton Ute“ war meine erste Lesebühne.
„O-Ton Ute – die vielleicht spannendste Lesebühne Berlin“’ (Zitat der TAZ), die eine unglaubliche Bühnenshow mit dem biederen Charme des Vorlesens verband.
Für die unglaubliche Bühnenshow waren andere verantwortlich, für den biederen Charme ich.“

Aus: Robert Rescue „Ich war dann einfach irgendjemand“ (Schindluder & Moralapostel)

Montag, 06.06. 2016, ab 20 Uhr im Periplaneta Literaturcafé Berlin:  Lesebühne Vision und Wahn

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Drei Monate später hatte ich Geburtstag …

Zum Glück Robert Rescue - periplaneta

Drei Monate später hatte ich Geburtstag und veranstaltete eine Party. Susanne war auch dabei, und obwohl ich Geschenke nicht mag, überreichte sie mir eine Rose sowie eine Grußkarte in einem Briefumschlag. Über die Rose freute ich mich so, wie sich Männer über Blumen freuen und den Umschlag legte ich mit dem Hinweis weg, ich wolle die Karte später in Ruhe lesen. Am nächsten Tag öffnete ich den Brief, nahm die Grußkarte heraus und zerriss den Umschlag in sehr kleine Stücke. Kurze Zeit später klingelte das Telefon.
„Ich war mir nicht ganz sicher, ob du am Dienstag Zeit hast?“, sagte Susanne nach der Begrüßung.
„Jaaaa …“, antwortete ich zögerlich und war ratlos, was sie meinte. Waren wir verabredet?
„Na prima, dann steht unserem Theaterbesuch ja nichts im Wege. Die Karte hast du ja bestimmt entdeckt, oder?“
„Ja, die habe ich hier vor mir liegen“, log ich und blickte zum Boden, wo der zerrissene Umschlag lag.

(Aus: Robert Rescue „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

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Warum?

Es ist schon eine Weile her, das ich auf der Müllerstraße flanierte und am Leopoldplatz gewohnheitsmäßig einen Blick zur Woolworth-Filiale warf, um dann erstaunt innezuhalten. Vor dem Laden standen keine Wühltische, die Türen waren verschlossen und mit Papier abgeklebt. Genau in diesem Moment traten zwei Rentnerehepaare, im Gespräch vertieft, auf den Markt zu und stießen regelrecht mit den Nasen auf die verriegelten Türen. Sie blieben ebenso schockiert wie ich stehen und dachten vermutlich das gleiche wie ich: Der Woolworth hat zugemacht! Außen an den Türen klebten Zettel mit der simplen, überraschenden und erleichternden Botschaft: Wegen Umbau geschlossen!
Ich bilde mir ein, zuvor keine Hinweise auf einen Umbau gelesen zu haben und die, in meinen Augen, plötzliche Schließung ärgerte mich aus einem bestimmten Grund. Beim letzten Einkauf war mir in der kleinen, meist nicht feinen Computerecke ein USB-betriebener Mini-Staubsauger für den Schreibtisch aufgefallen. Ich hatte nicht genügend Geld bei mir gehabt und dachte mir, dass ich ihn beim nächsten Mal kaufe, wenn ich hier in der Ecke zu tun habe. Das hatte sich also erstmal erledigt. Einige Wochen später gab es einen Hoffnungsschimmer, als ein Plakat verkündete: »Wiedereröffnung in sechs Wochen« Weiterlesen

Der Wedding hat einen Knall

Ja, es ist schon sonderbar, was die B.Z, das Pflichtblatt für Leser mit Interesse an vielen Bildern und wenig Text, da exklusiv an die Öffentlichkeit gebracht hat. An der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Wedding, genauer gesagt im Kiez rund um die Bornholmer Brücke, ist seit Monaten nachts ein Geräusch zu hören und niemand kann sagen, woher es stammt. Die Anwohner sagen, es klänge wie ein tiefes Grollen oder wie der Knall einer Explosion.
Die B.Z. lässt sich nicht lumpen und bestellt einen Toningenieur ein, der mit einer riesigen High-Tech-Akustik-Kamera das Areal scannt. Und tatsächlich hören Ingenieur und Reporter um 22:57 Uhr ein dumpfes Grollen, dessen visuelle Umsetzung auf dem Monitor der Reporter vor laufender Kamera als »ballförmiges Ding in verschiedenen Farben« beschreibt. Die erste Vermutung des Toningenieurs weist auf eine unterirdische Detonation hin.

Natürlich versucht die B.Z., eine technische Ursache für das Geräusch zu finden und fragt die umliegenden Wirtschaftsbetriebe, ob sie verantwortlich sein könnten. Die BVG erklärt, sie habe ihre Schienen in dem Gebiet untersucht und keine Auffälligkeit finden können. Eine Sprecherin von Bayer erklärt: »Wir sind allen Möglichkeiten einer Geräuschquelle auf unserem Werkgelände nachgegangen. Wir konnten allerdings keinerlei Zusammenhang feststellen.« Weiterlesen

Die Wandlung der Örtlichkeiten

Als ich den Roman »Der Intimitätendieb« vor 16 Jahren begann, habe ich verschiedene Orte, zu denen ich damals mehr oder weniger einen Bezug hatte, in die Handlung eingebaut. Wann immer ich in den letzten Jahren an dem Manuskript arbeitete, musste ich erkennen, dass ich die Bezüge fast vollständig verloren habe. Meine Erinnerung ist teilweise verblasst und meine Wahrnehmung hat sich verändert, so dass vor der Veröffentlichung eine Überprüfung anstand, ob ich mit diesen Örtlichkeiten überhaupt noch etwas anfangen kann.

preussenparkEin Beispiel dafür ist der Park, in dem sich Hakim, der Intimitätendieb und sein Kunde und Schuldner Wladimir treffen, eine Begegnung, dessen Verlauf das weitere Handeln des Intimitätendiebes maßgeblich beeinflussen wird. Irgendwann vor zehn Jahren, als ich diese Szene schrieb, kam ich aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auf die Idee, diese Szene im Preußenpark in Wilmersdorf spielen zu lassen. Problematisch war nur, dass ich bis dahin und bis heute noch nie im Preußenpark gewesen bin. Jahrelang grübelte ich darüber, warum ich mich für diesen Park entschieden hatte. Hatte mir jemand davon erzählt und gemeint, dass er toll sei und ich ihn mal besuchen sollte? Habe ich das nicht geschafft und den unbewussten Frust darüber dadurch verarbeitet, dass ich diesen Ort für den Roman gewählt habe? Als ich 2011 wieder einmal am Manuskript arbeitete, musste ich eine Entscheidung treffen. Ich googelte den Preußenpark und schaute mir ein paar Bilder an, um sie als Ortsbeschreibung einzufügen. Eine moderne Form der Recherche, dank Google, doch irgendwie nicht lebensecht. Ich musste also dorthin fahren, durch den Park schlendern und das Gesehene auf mich einwirken lassen. Dazu aber fehlte mir die Lust. Also entschied ich mich dafür, den Schauplatz zu verlagern. Seit ein paar Jahren lebte ich im Wedding und kannte einen Park recht gut – den Schillerpark. Ich schmiss also alle Beschreibungen des Preußenparks raus und ersetzte sie durch den Schillerpark. Der Intimitätendieb betritt den Park am Eingang, der am Friedhof liegt. Er zögert, weil er sich bewusst ist, was sein Vorhaben für Konsequenzen nach sich ziehen wird. Er geht in sich, ermutigt sich und steuert die erste Bank an der linken Seite an, wo er sich mit Wladimir verabredet hat. Drei Kumpels von Wladimir stehen auf und entfernen sich ein Stück. Kurz darauf beginnt ein Gespräch:

„Ich bekomme immer etwas Schiss, wenn du anrufst. Dann muss ich daran denken, was ich dir noch schulde. Um was geht es diesmal, mein Freund?“
„Warst du schon bei dem Dönerproduzenten und hast ihm das Material gezeigt, das ich dir neulich in der temporären Kneipe gegeben habe?“, fragte Hakim zurück.
„O ja, das habe ich. Er überlegt noch, aber er wird keine Wahl haben. Dann bin ich wieder gut im Geschäft.“
„Aber nicht gut genug, um deine Schulden zu begleichen.“
„Ach, Hakim, das Schlimme an Gesprächen mit dir ist, dass du nur an das Geschäft denkst.“
„Deswegen bin ich ja auch erfolgreich, Wladimir.“

Aber der Preußenpark war nicht die einzige Baustelle. Am Ende des Buches spielt ein herrschaftliches Anwesen am Dubrowplatz in Zehlendorf eine wichtige Rolle. Dort erfährt die junge Hexe Tasha Me, wie der Mörder den Hexen auf die Schliche kommen konnte, obwohl diese in der Anonymität leben. Sie trifft auf einen alten Mann, von Beruf Rechtsanwalt und Notar, der Oberhaupt eines einstmals mächtigen Familienclans ist. Für den Dubrowplatz gilt dasselbe wie für den Preußenpark – ich bin da noch nie gewesen. Vermutlich hat mir derselbe Mensch, der mir vom Preußenpark erzählt hat auch vom Dubrowplatz berichtet und ich habe mir gedacht, gut, ich hätte gerne ein herrschaftliches Anwesen an einem Platz in Zehlendorf, dann nimm ich doch diesen. Aber gab es dort überhaupt ein herrschaftliches Anwesen?
Ich kam auf den Gedanken, Street VIEW zu nutzen, um einen besseren Einblick zu bekommen. Kurz darauf bewegte ich mich virtuell am Dubrowplatz und fand tatsächlich ein herrschaftliches Anwesen, das meinen Vorstellungen entsprach. Den dazugehörigen Carport ließ ich in die Beschreibung einfließen, um beim Leser den Eindruck zu erwecken, ich würde mich dort auskennen, doch eine Bearbeitung später schmiss ich die Stelle wieder heraus, weil sie überflüssig war.
Doch mir kamen Zweifel, ob ich mich so einfach aus der Affäre ziehen konnte. Von einem Romanautor erwartete man doch, dass er alles Beschriebene gesehen oder erlebt hat. Das wurde aber schwierig bei einem fantastischen Krimi, in dem es keinen Ich-Erzähler gibt. Zudem gab es ja noch die Ausrede der »künstlerischen Freiheit«. Der Platz ist nicht erfunden, das Anwesen auch nicht und das ich nie dort gewesen bin, merkt doch ohnehin keiner. Trotzdem, das schlechte Gewissen belastete mich. Zwei Tage vor Abgabe des Manuskriptes fuhr ich zum S-Bahnhof Mexikoplatz.
Ich lief die Dubrowstraße entlang, bis ich zum Platz gelangte. Dort schlenderte ich um den viereckigen Platz und bestaunte all die Villen.
Vor dem Haus, das ich im Buch beschrieben habe, blieb ich einen Moment stehen und stellte mir vor, dass mich in diesem Augenblick die Bewohner aus dem Fenster heraus angafften und sich fragten, was der Fremde hier zu suchen hat. Ich winkte in Richtung des Hauses, trat den Heimweg an und redete mir den ereignislosen Ausflug schön, dass ich mein schlechtes Gewissen beruhigt hatte.

Ein anderes Problem bereitete mir die Winsstraße im Prenzlauer Berg. Angesichts meiner heutigen Wahrnehmung, vor allem meiner Hassliebe zum Wedding, sollte ich von der Winsstraße Abstand nehmen und die Handlung in eine Weddinger Straße verlegen, am besten in eine, von der ich sicher sein kann, dass sich dort seit zwanzig Jahren nichts verändert hat. Ich tue es aber nicht und das hat sentimentale Gründe.
Würde ich das Buch heute beginnen, lägen vermutlich alle Örtlichkeiten im Wedding, schlimmstenfalls würde das Buch nur in meiner Wohnung spielen. In der Winsstraße hielt ich mich Ende der Neunziger Jahre oft auf. Der Roman beginnt im Schlafzimmer einer sanierten Wohnung, und zwar am Donnerstag, 12. August 1999. Nun meine ich mich zu erinnern, das Ende der Neunziger Jahre noch nicht viele Häuser in der Winsstraße saniert waren, vielleicht nur eins oder vier, vielleicht aber auch gar keins. Im Zuge der Fertigstellung des Romans fragte ich auf Facebook danach, doch die Ergebnisse waren mau. Eigentlich äußerte sich nur einer und der meinte, die nahegelegene Marienburger Straße sei noch unsaniert gewesen, aber ob das auch für die Winsstraße gelte, daran könne er sich nicht mehr erinnern. Für die Handlung ist es nicht gleichgültig, ob saniert oder nicht, und ich wäre froh drum, in dieser Angelegenheit Klarheit zu haben. Ich habe mal von Projekten gehört, wo Leute über Jahre hinweg einmal im Jahr ein Foto von der Straße, in der sie leben, aufnehmen und auf diese Weise eine Dokumentation anlegen, wie sich ihr Kiez, gerade in Zeiten der Gentrifizierung, verändert. Warum zum Teufel hat das niemand in der Winsstraße gemacht und das ganze unter http://www.meinewinsstraße.de ins Netz gestellt?

Von all diesen Überlegungen ist nur ein Ort verschont geblieben. Die Kneipe, in der Hakim die gestohlenen Intimitäten an seine Kundschaft verkauft. Die temporäre Kneipe ist einfach überall und sie ist zeitlos.
Zum Schluss eine Art Wegbeschreibung. Ehrlich gesagt, ich bin ihr noch nicht gefolgt, wahrscheinlich aus Furcht, dass sie stimmt und ich dann Hakim und all die anderen sonderbaren Besucher dieses Ortes kennenlerne.
Die wichtigste Voraussetzung, um die temporäre Kneipe betreten zu können, ist die Vorstellung, sie betreten zu können. Man muss also wissen, dass es sie gibt oder zumindest daran glauben. Das Letztere erledigt sich, wenn man einmal dort gewesen ist.
Man muss nur davon überzeugt sein, dass, wenn man irgendeine beliebige Kneipe betritt, diese die temporäre ist. Das erste Mal betritt man sie, wenn man vor irgendeinem Laden steht und diesen vom Äußeren her als unangenehm empfindet, ihn gar nicht betreten will und es aus irgendwelchen Gründen dann doch tut. Die temporäre Kneipe ist überall und nirgends. Ihr Standort ist so vage, dass weder Verkäufer von Rosen noch von pfeifenden oder blinkenden Plastikfeuerzeugen hereinkommen. Da diese allerdings in Berlin allgegenwärtig sind, liegt die Vermutung nahe, den Standort der temporären Kneipe im Ausland, auf dem Jupitermond Io oder in einem Paralleluniversum zu vermuten.

Schindluder und Moralapostel

Moralapostel

SCHINDLUDER UND MORALAPOSTEL – VISION & WAHN ANTHOLOGIE II“, Lesebühnentexte von den Vision & Wahn Autoren und Gästen, Buch, Softcover 142 S., 19×13,5cm, print ISBN: 978-3-943876-63-5, epub ISBN: 978-3-943876-27-7, Edition Mundwerk, GLP: 10 € (D). VÖ: 02.09.2013


Die Berliner Lesebühne Vision & Wahn bricht seit 2004 emsig die Konventionen der Kleinkunst-Unterhaltung. Jeden ersten Montag wird im Periplaneta Literaturcafé viel gelacht, allerdings auch gegrübelt, philosophiert und gestorben. Ob Ereignisse aus dem Künstlerdasein, ein Leben ohne Aldi, ein Trip in Thailand, der freie Wille oder quantenmechanische Probleme eines Hamsters,  in dieser zweiten Anthologie wird der Alltagswahn zynisch zerpflückt, in Texten, Gedichten und einem Puppentheater aufgearbeitet und explizit zur Schau gestellt. Wer dabei allerdings zum Schindluder und wer zum Moralapostel wird, musst Du selbst herausfinden.

Mit Beiträgen von Marion Alexa Müller (Vision & Wahn), Robert Rescue (Vision & Wahn, Brauseboys), Thomas Manegold (Vision & Wahn, OWUL), Clint Lukas (Surfpoeten), Dirk Bernemann (OWUL), Frank Klötgen (Spree vom Weizen), Mena Koller (Lunge), Konrad Endler (Surfpoeten), Arno Wilhelm (Dichtungsring), Michael André Werner (Brutusmörder), Mareike Barmeyer (Rakete 2000), Matthias Stohr-Niklas (Dichtungsring), Heiko Heller, Theresa Rath, Paul Waidelich, CKLKH Fischer.

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