Sie sprach andauernd mit sich selbst …

Robert Rescue - Der Intimitätendieb -

Sie sprach andauernd mit sich selbst, und das mitunter laut. In Berlin galt das eigentlich nicht als absonderlich. Aber das, was die Hexe ständig auf Polnisch daherredete, verwirrte selbst Sprachkundige. Sie sagte immer wieder die Namen ihrer Vorfahren auf und berichtete dazwischen in zwei, drei Sätzen, wann sie gelebt und wen sie alles verflucht hatten. Nur im direkten Kontakt mit einem möglichen Opfer unterbrach sie ihre Litanei, um in holprigem Deutsch etwas zu erschnorren. Wurde der Hexe nichts gegeben, so konnte das schlimme Folgen haben. Sie versuchte dann, die Person zu berühren, an den Armen, an den Schultern oder im Gesicht und murmelte dann etwas Grauenvolles. Dem davoneilenden Geschäftsmann oder einer kichernden Horde Teenager mitgegebene Verwünschungen konnten zu tagelangen Schmerzen führen, zu Pickeln, Geschwüren oder auch Herzbeschwerden.
(Aus: Robert Rescue „Der Intimitätendieb“)

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Norwegen deckt seinen Energiebedarf zum großen Teil aus Wasserkraftwerken

Robert Rescue _ Mundwerk Spoken Word Gala

Es gibt keine Atomkraftwerke und nur ein einziges Kohlekraftwerk. Die meisten Gebäude werden mit Strom beheizt, aber die Endverbraucherpreise sind, im Vergleich zum Rest Europas, niedrig. Vielerorts ist es üblich, das Licht brennen zu lassen, auch wenn Räume über Stunden oder Tage nicht genutzt werden. In manchen öffentlichen Gebäuden soll es nicht einmal Lichtschalter geben. Vermutlich gehört das Gebäude gegenüber dazu. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass Julia offenbar diese laxe Haltung übernommen hat. Wenn sie bei mir übernachtet, lässt sie im Bad und Flur das Licht an. Ich beschwere mich darüber längst nicht mehr, aber ich laufe hinter ihr her und regele das.

(Aus: Robert Rescue „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

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Das Display im Jobcenter …

Robert Rescue - Die ganze Wahrheit -

Das Display im Jobcenter zeigte meine Nummer an. Begleitet von den neidischen Blicken derer, die nach mir dran sein würden, verließ ich das Wartezimmer, ging rüber zu Zimmer 422 und trat ein. Geschockt blieb ich stehen! Mir gegenüber saß Silke. Silke, mit der ich vor einigen Jahren mal zusammen gewesen war und die ich von einem Tag auf den anderen wegen einer anderen verlassen hatte. Ich hatte ihr keine Gründe genannt oder später wieder Kontakt gesucht. Ich hatte sie so verlassen, wie alle Männer vor mir es getan hatten. Ich hatte gedacht, dass das okay sei für sie, schließlich war sie daran gewöhnt.

Aus: Robert Rescue „Arbeitslos melden“ (Schindluder & Moralapostel)

Jeden ersten Montag: www.visionundwahn.de

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Ich achte stets streng darauf, dass …

Robert Rescue - periplaneta -

Ich achte stets streng darauf, dass sich in der Umgebung des Hauses, in dem ich wohne, nichts Außergewöhnliches, somit Verdächtiges tut und wenn doch, dann gehe ich dem sofort nach. Als ich vor einigen Tagen nachts nach Hause kam, stand vor dem Haus ein PKW, in dem eine, offensichtlich wartende Person saß. Was hat das zu bedeuten?, fragte ich mich sogleich und lenkte meine Schritte zu dem Fahrzeug.
„Kann ich Ihnen helfen?“
„Nein … nein, danke. Ich warte auf meinen Kollegen. Der hat da in der Hausnummer 101 einen Auftrag zu erledigen.“
„Einen Auftrag zu erledigen? Morgens um 3 Uhr? Wie Rohrverleger der Berliner Wasserbetriebe sehen Sie mir nicht aus.“
„Nee, sind wir auch nicht. Wir sind Auftragskiller, Bert und ich. Bert macht gerade seine Arbeit und ich sehe zu, dass ihn dabei niemand stört.“
(Aus Robert Rescue: „Eimerduschen- Ein Opfer packt aus“)

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… Manfred Barbe beschäftigte sich die meiste Zeit …

Robert Rescue - periplaneta berlin

… Manfred Barbe beschäftigte sich die meiste Zeit mit einer Art Wissenschaft, die er „Alternative Geschichtsdarstellung“ nannte. Dabei handelte es sich um die Erforschung von historischen Ereignissen in Berlin, die keine öffentliche Beachtung erfahren hatten.  Wurde Barbe auf ein solches Ereignis aufmerksam, so zückte er am Ort des Geschehens eine Spraydose, um eine überdimensionale Botschaft zu hinterlassen. Darin ähnelte er dem sogenannten „Sechsenmaler“, der an Hauswänden, an den Rückseiten von Verkehrsschildern, alten, auf Bürgersteigen stehenden Kühlschränken und Möbeln Sechsen und gelegentlich auch eine Sieben aufmalte. Bei diesem handelte es sich lediglich um Kunst, bei Barbe hingegen mussten seine gesprühten Sätze historisch einwandfrei sein. Wie beispielsweise die Aussage über einem Pissoir im Berliner Ensemble: „Hier hat schon Bertold Brecht uriniert“, oder als er eines Nachts auf eine Landebahn des Flughafens Tegel in großer Schrift gesprayt hatte: „Hier sind folgende große Politiker gelandet: …“ dazu hatte er die Namen von insgesamt zwölf Staatsmännern aufgesprüht, bevor er entdeckt wurde und fliehen musste.
(Aus: Robert Rescue „Der Intimitätendieb“)

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„O-Ton Ute“ war meine erste Lesebühne.

Robert Rescue - Die ganze Wahrheit -

„O-Ton Ute“ war meine erste Lesebühne.
„O-Ton Ute – die vielleicht spannendste Lesebühne Berlin“’ (Zitat der TAZ), die eine unglaubliche Bühnenshow mit dem biederen Charme des Vorlesens verband.
Für die unglaubliche Bühnenshow waren andere verantwortlich, für den biederen Charme ich.“

Aus: Robert Rescue „Ich war dann einfach irgendjemand“ (Schindluder & Moralapostel)

Montag, 06.06. 2016, ab 20 Uhr im Periplaneta Literaturcafé Berlin:  Lesebühne Vision und Wahn

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Abends im Bett las ich dann ein Buch …

Zum Glück Robert Rescue - periplaneta

Abends im Bett las ich dann ein Buch über das TCP/IP-Protokoll oder die neuesten Tuning-Tipps, während sich Nina milde von einem Gaslicht-Roman ängstigen ließ oder den Eiffelturm nachschnitzte. Ich hatte es mir inzwischen abgewöhnt, sie in diesem Fall auf die Späne aufmerksam zu machen, die sie stets im Bett beließ und die mir später beim Sex in den Rücken pieksten. Nina wurde dann nämlich immer zickig, hielt mir das Schnitzmesser an die Kehle und fragte, ob ich damit ein Problem habe. Selbstverständlich verneinte ich dies immer und ärgerte mich, dass die Festplatte nie griffbereit neben dem Bett lag, um ihr die nötigenfalls über den Schädel zu ziehen.

(Aus Robert Rescue: „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

Montag, 02.05. 2016, ab 20 Uhr im Periplaneta Literaturcafé Berlin:  Lesebühne Vision und Wahn

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Robert Rescue „Der Nasenhaartrimmer“ (YouTube)

Robert Rescue : Beauty Tipps für den Mann jenseits der Norm Pt.2

Der neue You Tube Channel.

Heute zeigt dir Robert, wie man Nasenhaare effektiv entfernt und dabei noch noch sinnliche Freuden erlebt. Sei dabei!

Drei Monate später hatte ich Geburtstag …

Zum Glück Robert Rescue - periplaneta

Drei Monate später hatte ich Geburtstag und veranstaltete eine Party. Susanne war auch dabei, und obwohl ich Geschenke nicht mag, überreichte sie mir eine Rose sowie eine Grußkarte in einem Briefumschlag. Über die Rose freute ich mich so, wie sich Männer über Blumen freuen und den Umschlag legte ich mit dem Hinweis weg, ich wolle die Karte später in Ruhe lesen. Am nächsten Tag öffnete ich den Brief, nahm die Grußkarte heraus und zerriss den Umschlag in sehr kleine Stücke. Kurze Zeit später klingelte das Telefon.
„Ich war mir nicht ganz sicher, ob du am Dienstag Zeit hast?“, sagte Susanne nach der Begrüßung.
„Jaaaa …“, antwortete ich zögerlich und war ratlos, was sie meinte. Waren wir verabredet?
„Na prima, dann steht unserem Theaterbesuch ja nichts im Wege. Die Karte hast du ja bestimmt entdeckt, oder?“
„Ja, die habe ich hier vor mir liegen“, log ich und blickte zum Boden, wo der zerrissene Umschlag lag.

(Aus: Robert Rescue „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

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Robert Rescue „Das Gesichtstattoo“ (YouTube)

Teil 1 der Beauty Tipps für den Mann jenseits der Norm von Robert Rescue. Wie man sich stylisch macht für die Straße.