Ich achte stets streng darauf, dass …

Robert Rescue - periplaneta -

Ich achte stets streng darauf, dass sich in der Umgebung des Hauses, in dem ich wohne, nichts Außergewöhnliches, somit Verdächtiges tut und wenn doch, dann gehe ich dem sofort nach. Als ich vor einigen Tagen nachts nach Hause kam, stand vor dem Haus ein PKW, in dem eine, offensichtlich wartende Person saß. Was hat das zu bedeuten?, fragte ich mich sogleich und lenkte meine Schritte zu dem Fahrzeug.
„Kann ich Ihnen helfen?“
„Nein … nein, danke. Ich warte auf meinen Kollegen. Der hat da in der Hausnummer 101 einen Auftrag zu erledigen.“
„Einen Auftrag zu erledigen? Morgens um 3 Uhr? Wie Rohrverleger der Berliner Wasserbetriebe sehen Sie mir nicht aus.“
„Nee, sind wir auch nicht. Wir sind Auftragskiller, Bert und ich. Bert macht gerade seine Arbeit und ich sehe zu, dass ihn dabei niemand stört.“
(Aus Robert Rescue: „Eimerduschen- Ein Opfer packt aus“)

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… Manfred Barbe beschäftigte sich die meiste Zeit …

Robert Rescue - periplaneta berlin

… Manfred Barbe beschäftigte sich die meiste Zeit mit einer Art Wissenschaft, die er „Alternative Geschichtsdarstellung“ nannte. Dabei handelte es sich um die Erforschung von historischen Ereignissen in Berlin, die keine öffentliche Beachtung erfahren hatten.  Wurde Barbe auf ein solches Ereignis aufmerksam, so zückte er am Ort des Geschehens eine Spraydose, um eine überdimensionale Botschaft zu hinterlassen. Darin ähnelte er dem sogenannten „Sechsenmaler“, der an Hauswänden, an den Rückseiten von Verkehrsschildern, alten, auf Bürgersteigen stehenden Kühlschränken und Möbeln Sechsen und gelegentlich auch eine Sieben aufmalte. Bei diesem handelte es sich lediglich um Kunst, bei Barbe hingegen mussten seine gesprühten Sätze historisch einwandfrei sein. Wie beispielsweise die Aussage über einem Pissoir im Berliner Ensemble: „Hier hat schon Bertold Brecht uriniert“, oder als er eines Nachts auf eine Landebahn des Flughafens Tegel in großer Schrift gesprayt hatte: „Hier sind folgende große Politiker gelandet: …“ dazu hatte er die Namen von insgesamt zwölf Staatsmännern aufgesprüht, bevor er entdeckt wurde und fliehen musste.
(Aus: Robert Rescue „Der Intimitätendieb“)

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Der Wedding hat einen Knall

Ja, es ist schon sonderbar, was die B.Z, das Pflichtblatt für Leser mit Interesse an vielen Bildern und wenig Text, da exklusiv an die Öffentlichkeit gebracht hat. An der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Wedding, genauer gesagt im Kiez rund um die Bornholmer Brücke, ist seit Monaten nachts ein Geräusch zu hören und niemand kann sagen, woher es stammt. Die Anwohner sagen, es klänge wie ein tiefes Grollen oder wie der Knall einer Explosion.
Die B.Z. lässt sich nicht lumpen und bestellt einen Toningenieur ein, der mit einer riesigen High-Tech-Akustik-Kamera das Areal scannt. Und tatsächlich hören Ingenieur und Reporter um 22:57 Uhr ein dumpfes Grollen, dessen visuelle Umsetzung auf dem Monitor der Reporter vor laufender Kamera als »ballförmiges Ding in verschiedenen Farben« beschreibt. Die erste Vermutung des Toningenieurs weist auf eine unterirdische Detonation hin.

Natürlich versucht die B.Z., eine technische Ursache für das Geräusch zu finden und fragt die umliegenden Wirtschaftsbetriebe, ob sie verantwortlich sein könnten. Die BVG erklärt, sie habe ihre Schienen in dem Gebiet untersucht und keine Auffälligkeit finden können. Eine Sprecherin von Bayer erklärt: »Wir sind allen Möglichkeiten einer Geräuschquelle auf unserem Werkgelände nachgegangen. Wir konnten allerdings keinerlei Zusammenhang feststellen.« Weiterlesen