Das Schlimmste am Künstlerdasein ist …

Zum Glück Robert Rescue 01

Das Schlimmste am Künstlerdasein ist die Vergänglichkeit des Geschaffenen. Ein vor Jahren geschriebener Text ist heute nicht mehr gut und ein heute geschriebener Text kann oder wird morgen schlecht sein. Bevor ich die Texte zerreiße, werfe ich einen Blick drauf, lese ein paar Sätze oder auch einen Absatz. Ich erinnere mich augenblicklich, zu welchem Zeitpunkt meines Lebens ich den Text geschrieben habe, welche Absicht dahinterstand oder welches Erlebnis ich beschrieben habe. Traumtrinker heißt ein Text. Ein sonderbarer Mann läuft nachts durch die Straßen und trinkt die Träume der Schlafenden. Meine Güte. Wozu, weshalb, warum, steht nicht im Text. Mein heutiges Ich als Autor schaut verächtlich herab auf dieses fantastische, träumerische Empfinden eines jungen Menschen Mitte 20.

(Aus: Robert Rescue „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

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Die Wandlung der Örtlichkeiten

Als ich den Roman »Der Intimitätendieb« vor 16 Jahren begann, habe ich verschiedene Orte, zu denen ich damals mehr oder weniger einen Bezug hatte, in die Handlung eingebaut. Wann immer ich in den letzten Jahren an dem Manuskript arbeitete, musste ich erkennen, dass ich die Bezüge fast vollständig verloren habe. Meine Erinnerung ist teilweise verblasst und meine Wahrnehmung hat sich verändert, so dass vor der Veröffentlichung eine Überprüfung anstand, ob ich mit diesen Örtlichkeiten überhaupt noch etwas anfangen kann.

preussenparkEin Beispiel dafür ist der Park, in dem sich Hakim, der Intimitätendieb und sein Kunde und Schuldner Wladimir treffen, eine Begegnung, dessen Verlauf das weitere Handeln des Intimitätendiebes maßgeblich beeinflussen wird. Irgendwann vor zehn Jahren, als ich diese Szene schrieb, kam ich aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auf die Idee, diese Szene im Preußenpark in Wilmersdorf spielen zu lassen. Problematisch war nur, dass ich bis dahin und bis heute noch nie im Preußenpark gewesen bin. Jahrelang grübelte ich darüber, warum ich mich für diesen Park entschieden hatte. Hatte mir jemand davon erzählt und gemeint, dass er toll sei und ich ihn mal besuchen sollte? Habe ich das nicht geschafft und den unbewussten Frust darüber dadurch verarbeitet, dass ich diesen Ort für den Roman gewählt habe? Als ich 2011 wieder einmal am Manuskript arbeitete, musste ich eine Entscheidung treffen. Ich googelte den Preußenpark und schaute mir ein paar Bilder an, um sie als Ortsbeschreibung einzufügen. Eine moderne Form der Recherche, dank Google, doch irgendwie nicht lebensecht. Ich musste also dorthin fahren, durch den Park schlendern und das Gesehene auf mich einwirken lassen. Dazu aber fehlte mir die Lust. Also entschied ich mich dafür, den Schauplatz zu verlagern. Seit ein paar Jahren lebte ich im Wedding und kannte einen Park recht gut – den Schillerpark. Ich schmiss also alle Beschreibungen des Preußenparks raus und ersetzte sie durch den Schillerpark. Der Intimitätendieb betritt den Park am Eingang, der am Friedhof liegt. Er zögert, weil er sich bewusst ist, was sein Vorhaben für Konsequenzen nach sich ziehen wird. Er geht in sich, ermutigt sich und steuert die erste Bank an der linken Seite an, wo er sich mit Wladimir verabredet hat. Drei Kumpels von Wladimir stehen auf und entfernen sich ein Stück. Kurz darauf beginnt ein Gespräch:

„Ich bekomme immer etwas Schiss, wenn du anrufst. Dann muss ich daran denken, was ich dir noch schulde. Um was geht es diesmal, mein Freund?“
„Warst du schon bei dem Dönerproduzenten und hast ihm das Material gezeigt, das ich dir neulich in der temporären Kneipe gegeben habe?“, fragte Hakim zurück.
„O ja, das habe ich. Er überlegt noch, aber er wird keine Wahl haben. Dann bin ich wieder gut im Geschäft.“
„Aber nicht gut genug, um deine Schulden zu begleichen.“
„Ach, Hakim, das Schlimme an Gesprächen mit dir ist, dass du nur an das Geschäft denkst.“
„Deswegen bin ich ja auch erfolgreich, Wladimir.“

Aber der Preußenpark war nicht die einzige Baustelle. Am Ende des Buches spielt ein herrschaftliches Anwesen am Dubrowplatz in Zehlendorf eine wichtige Rolle. Dort erfährt die junge Hexe Tasha Me, wie der Mörder den Hexen auf die Schliche kommen konnte, obwohl diese in der Anonymität leben. Sie trifft auf einen alten Mann, von Beruf Rechtsanwalt und Notar, der Oberhaupt eines einstmals mächtigen Familienclans ist. Für den Dubrowplatz gilt dasselbe wie für den Preußenpark – ich bin da noch nie gewesen. Vermutlich hat mir derselbe Mensch, der mir vom Preußenpark erzählt hat auch vom Dubrowplatz berichtet und ich habe mir gedacht, gut, ich hätte gerne ein herrschaftliches Anwesen an einem Platz in Zehlendorf, dann nimm ich doch diesen. Aber gab es dort überhaupt ein herrschaftliches Anwesen?
Ich kam auf den Gedanken, Street VIEW zu nutzen, um einen besseren Einblick zu bekommen. Kurz darauf bewegte ich mich virtuell am Dubrowplatz und fand tatsächlich ein herrschaftliches Anwesen, das meinen Vorstellungen entsprach. Den dazugehörigen Carport ließ ich in die Beschreibung einfließen, um beim Leser den Eindruck zu erwecken, ich würde mich dort auskennen, doch eine Bearbeitung später schmiss ich die Stelle wieder heraus, weil sie überflüssig war.
Doch mir kamen Zweifel, ob ich mich so einfach aus der Affäre ziehen konnte. Von einem Romanautor erwartete man doch, dass er alles Beschriebene gesehen oder erlebt hat. Das wurde aber schwierig bei einem fantastischen Krimi, in dem es keinen Ich-Erzähler gibt. Zudem gab es ja noch die Ausrede der »künstlerischen Freiheit«. Der Platz ist nicht erfunden, das Anwesen auch nicht und das ich nie dort gewesen bin, merkt doch ohnehin keiner. Trotzdem, das schlechte Gewissen belastete mich. Zwei Tage vor Abgabe des Manuskriptes fuhr ich zum S-Bahnhof Mexikoplatz.
Ich lief die Dubrowstraße entlang, bis ich zum Platz gelangte. Dort schlenderte ich um den viereckigen Platz und bestaunte all die Villen.
Vor dem Haus, das ich im Buch beschrieben habe, blieb ich einen Moment stehen und stellte mir vor, dass mich in diesem Augenblick die Bewohner aus dem Fenster heraus angafften und sich fragten, was der Fremde hier zu suchen hat. Ich winkte in Richtung des Hauses, trat den Heimweg an und redete mir den ereignislosen Ausflug schön, dass ich mein schlechtes Gewissen beruhigt hatte.

Ein anderes Problem bereitete mir die Winsstraße im Prenzlauer Berg. Angesichts meiner heutigen Wahrnehmung, vor allem meiner Hassliebe zum Wedding, sollte ich von der Winsstraße Abstand nehmen und die Handlung in eine Weddinger Straße verlegen, am besten in eine, von der ich sicher sein kann, dass sich dort seit zwanzig Jahren nichts verändert hat. Ich tue es aber nicht und das hat sentimentale Gründe.
Würde ich das Buch heute beginnen, lägen vermutlich alle Örtlichkeiten im Wedding, schlimmstenfalls würde das Buch nur in meiner Wohnung spielen. In der Winsstraße hielt ich mich Ende der Neunziger Jahre oft auf. Der Roman beginnt im Schlafzimmer einer sanierten Wohnung, und zwar am Donnerstag, 12. August 1999. Nun meine ich mich zu erinnern, das Ende der Neunziger Jahre noch nicht viele Häuser in der Winsstraße saniert waren, vielleicht nur eins oder vier, vielleicht aber auch gar keins. Im Zuge der Fertigstellung des Romans fragte ich auf Facebook danach, doch die Ergebnisse waren mau. Eigentlich äußerte sich nur einer und der meinte, die nahegelegene Marienburger Straße sei noch unsaniert gewesen, aber ob das auch für die Winsstraße gelte, daran könne er sich nicht mehr erinnern. Für die Handlung ist es nicht gleichgültig, ob saniert oder nicht, und ich wäre froh drum, in dieser Angelegenheit Klarheit zu haben. Ich habe mal von Projekten gehört, wo Leute über Jahre hinweg einmal im Jahr ein Foto von der Straße, in der sie leben, aufnehmen und auf diese Weise eine Dokumentation anlegen, wie sich ihr Kiez, gerade in Zeiten der Gentrifizierung, verändert. Warum zum Teufel hat das niemand in der Winsstraße gemacht und das ganze unter http://www.meinewinsstraße.de ins Netz gestellt?

Von all diesen Überlegungen ist nur ein Ort verschont geblieben. Die Kneipe, in der Hakim die gestohlenen Intimitäten an seine Kundschaft verkauft. Die temporäre Kneipe ist einfach überall und sie ist zeitlos.
Zum Schluss eine Art Wegbeschreibung. Ehrlich gesagt, ich bin ihr noch nicht gefolgt, wahrscheinlich aus Furcht, dass sie stimmt und ich dann Hakim und all die anderen sonderbaren Besucher dieses Ortes kennenlerne.
Die wichtigste Voraussetzung, um die temporäre Kneipe betreten zu können, ist die Vorstellung, sie betreten zu können. Man muss also wissen, dass es sie gibt oder zumindest daran glauben. Das Letztere erledigt sich, wenn man einmal dort gewesen ist.
Man muss nur davon überzeugt sein, dass, wenn man irgendeine beliebige Kneipe betritt, diese die temporäre ist. Das erste Mal betritt man sie, wenn man vor irgendeinem Laden steht und diesen vom Äußeren her als unangenehm empfindet, ihn gar nicht betreten will und es aus irgendwelchen Gründen dann doch tut. Die temporäre Kneipe ist überall und nirgends. Ihr Standort ist so vage, dass weder Verkäufer von Rosen noch von pfeifenden oder blinkenden Plastikfeuerzeugen hereinkommen. Da diese allerdings in Berlin allgegenwärtig sind, liegt die Vermutung nahe, den Standort der temporären Kneipe im Ausland, auf dem Jupitermond Io oder in einem Paralleluniversum zu vermuten.

Schindluder und Moralapostel

Moralapostel

SCHINDLUDER UND MORALAPOSTEL – VISION & WAHN ANTHOLOGIE II“, Lesebühnentexte von den Vision & Wahn Autoren und Gästen, Buch, Softcover 142 S., 19×13,5cm, print ISBN: 978-3-943876-63-5, epub ISBN: 978-3-943876-27-7, Edition Mundwerk, GLP: 10 € (D). VÖ: 02.09.2013


Die Berliner Lesebühne Vision & Wahn bricht seit 2004 emsig die Konventionen der Kleinkunst-Unterhaltung. Jeden ersten Montag wird im Periplaneta Literaturcafé viel gelacht, allerdings auch gegrübelt, philosophiert und gestorben. Ob Ereignisse aus dem Künstlerdasein, ein Leben ohne Aldi, ein Trip in Thailand, der freie Wille oder quantenmechanische Probleme eines Hamsters,  in dieser zweiten Anthologie wird der Alltagswahn zynisch zerpflückt, in Texten, Gedichten und einem Puppentheater aufgearbeitet und explizit zur Schau gestellt. Wer dabei allerdings zum Schindluder und wer zum Moralapostel wird, musst Du selbst herausfinden.

Mit Beiträgen von Marion Alexa Müller (Vision & Wahn), Robert Rescue (Vision & Wahn, Brauseboys), Thomas Manegold (Vision & Wahn, OWUL), Clint Lukas (Surfpoeten), Dirk Bernemann (OWUL), Frank Klötgen (Spree vom Weizen), Mena Koller (Lunge), Konrad Endler (Surfpoeten), Arno Wilhelm (Dichtungsring), Michael André Werner (Brutusmörder), Mareike Barmeyer (Rakete 2000), Matthias Stohr-Niklas (Dichtungsring), Heiko Heller, Theresa Rath, Paul Waidelich, CKLKH Fischer.

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Eimerduschen Buchtrailer

Wie ich mal herausfand, warum meine Bewerbungsbemühungen erfolglos sind

Ich stand im Copyshop, um Kopien meiner Zeugnisse zu machen. Aufgrund eines Papierstaus, den das Zeugnis der Firma Kuppel & Schlöder verursachte, hatte ich plötzlich die Gelegenheit, mir das Zeugnis mal durchzulesen. Mein Praktikum bei denen lag vier Jahre zurück und weil in solchen Zeugnissen immer nur dieselben Phrasen stehen wie „Er hat die ihm zugewiesenen Arbeiten gewissenhaft erledigt“ usw. hatte ich mir das Zeugnis bis zu diesem Zeitpunkt nie näher angeschaut.

Ich las:

Herr Rescue war echt das übelste Stück Mitarbeiter, was bei uns je ein Praktikum absolviert hat. Das Wort „Pünktlichkeit“ war für ihn ein Fremdwort. Um die wirtschaftlichen Schäden, die er angerichtet hat, auszugleichen, werden wir Jahrzehnte brauchen. Wir alle, selbst die Putze, sind froh, daß er endlich verschwindet. Ich persönlich wünsche ihm für den Rest seines Lebens alles erdenkliche schlechte und ich bete zu Gott, das er nie wieder beruflich Tritt fassen wird.“

In dem Moment wurde mir klar, warum mich bislang keine Firma zum Vorstellungsgespräch eingeladen hatte.

Robert Rescue

Erinnerung an früher (03/2008)

Hätte niemand gedacht, daß der Streik so lange dauern würde. Angefangen hatte alles mit einem Warnstreik im Februar 2008, als Busse und Bahnen für ein paar Tage stillstanden. Die Berliner nahmen diese Arbeitsniederlegung als willkommene Abwechselung des gewohnten öffentlichen Nahverkehrs wahr. Endlich mal anders zur Arbeit kommen, lautete für viele die Devise. Manche entstaubten das Fahrrad oder standen zwei Stunden früher auf, um zu Fuß ihr Ziel zu erreichen.

Im März begann dann der richtige, der unbefristete Streik. Nach einer Woche ungewohnten Reisens bekamen viele Berliner aber Entzugserscheinungen, andere waren schon nach den ersten Tagen genervt.

Alle hofften, daß sich die Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeber BVG bzw. der Senat auf eine Lösung einigten, aber keiner konnte ahnen, wie zäh die Auseinandersetzungen verlaufen würden. Im Juli 2008 kam erst Bewegung in die Verhandlungen. Die Berliner hatten zu diesem Zeitpunkt schon gut vier Monate auf U-Bahnen und Straßenbahnen verzichten müssen und der eine und andere Hauptstädter versicherte, nicht mehr zu wissen, wie das mit dem U-Bahnfahren überhaupt gehe.

Die Berliner Tourismus-Werbung hatte zu diesem Zeitpunkt die Misere längst erkannt und ihr Marketing soweit abgeändert, daß von einem „teilweise intakten öffentlichen Nahverkehr“ gesprochen wurde, der, so hieß es weiter, „kreativen Spielraum bei der Bewältigung von Strecken ermögliche“, was „so gesehen keine internationale Metropole bieten könne.“

Der Arbeitgeber war plötzlich bereit, die geforderten 12 Prozent mehr Lohn zu zahlen, doch ver.di wollte mit einem Mal noch zwei Zuschläge, nämlich Sitzkissen für alle Fahrer sowie WLAN-Zugang in allen Straßenbahnen. Die BVG reagierte empört, brach die Verhandlungen ab und ist bis heute nicht an den Verhandlungstisch zurückgekehrt.

Wir schreiben das Jahr 2014. Fahren mit der U-Bahn ist nur noch eine Erinnerung. Eltern erzählen ihren Kleinkindern als Gute Nacht Geschichten davon, wie das früher war, wenn man die Treppen rauf – oder runterstieg, auf die Zeittafeln blickte, erfreut war, weil die nächste gleich kam oder sich ärgerte, weil man die U-Bahn gerade verpaßt hatte. Weiterlesen

Ralle und Oever

Es gibt Dinge, die begegnen einem ständig. Menschen vor allem, zum Beispiel ein Partner oder Arbeitskollegen, aber auch Örtlichkeiten wie eine Haltestelle, ein Arbeitsort oder eine Wohnung. Mir geraten zwei bestimmte Menschen an einem bestimmten Ort jeden Tag ins Blickfeld, allerdings nicht leibhaftig, sondern in Form einer konservierten Nachricht an der Flurwand. Manchmal, wenn ich die Treppen hochsteige, denke ich, daß irgendwann ein Neutronenbombenkrieg ausbrechen wird, der die gesamte Menschheit dahinraffen, nicht aber ihre Hinterlassenschaft auslöschen wird. Tausend Jahre später wird dann eine außerirdische Expedition auf der Erde landen und die konservierte Nachricht an der Wand entdecken, in der Oever ausdrückt, daß er, wie verabredet, um 20: 15 Uhr da war, aber Ralle nicht und daß Oever sich darüber verwundert zeigt und auffordert, diesbezüglich angerufen zu werden. Der Originalwortlaut ist übrigens: „Hallo Ralle, ich war um 20:15 Uhr hier. Wo warst du? Ruf mich an, Oever.“

Interessant finde ich, daß ich davon jetzt aus einer Distanz von etwa 5 Metern schreibe, wo ich sonst direkt davor stehe und es lese. Ich lese es einerseits, weil ich die diffuse Hoffnung hege, eines Tages würde dort mal etwas anderes stehen, zum anderen überlege ich jedes Mal, in welchem Verhältnis die beiden zueinander standen und was sie heute so machen.

Wie lange eigentlich steht diese Nachricht schon an der Wand? Mindestens seit der Zeit, seit ich hier wohne, doch wann davor verschrieb sich Oever der modernen Höhlenmalerei? Und macht er das heute noch oder benutzt er SMS?

Gibt es viele Hausflure, in denen sich Oever beinahe verewigt hat oder erblicke ich tatsächlich den einzigen Original-Oever, ein Meisterstück Berliner Verabredungshistorie?

Seit den Achtziger Jahren war es in Ostberlin üblich gewesen, an der Tür eine Box mit Zetteln oder eine Rolle mit Abreißblättern zu befestigen, damit jemand wie Oever ganz devot eine klitzekleine Nachricht hätte hinterlassen können. Mal angenommen, Ralle hatte so einen Zettelkasten, warum hat dann Oever, dieser Arsch, die halbe Wand mit seinem wehleidigen „Du hast mich versetzt“ Gejammer vollgekritzelt? Weiterlesen

Writersblock oder Gibt es was Neues?

Ich habe die Gewohnheit angenommen, mein Notizbuch aus der Tasche zu holen, um nachzuschauen, ob ich was Neues reingeschrieben habe. Das erinnert mich an die neumodische Gepflogenheit, permanent auf das Handy zu schauen oder alle 5 Minuten die Mailbox abzufragen. Früher sind die Leute ja auch nicht ständig zum Briefkasten gerannt, um zu schauen, ob sie Post haben! Aha, ich habe seit Wochen nichts Neues in mein Notizbuch geschrieben. Das Letzte, was ich vermerkt habe, ist das, was ich gerade vorlese.