Das Schlimmste am Künstlerdasein ist …

Zum Glück Robert Rescue 01

Das Schlimmste am Künstlerdasein ist die Vergänglichkeit des Geschaffenen. Ein vor Jahren geschriebener Text ist heute nicht mehr gut und ein heute geschriebener Text kann oder wird morgen schlecht sein. Bevor ich die Texte zerreiße, werfe ich einen Blick drauf, lese ein paar Sätze oder auch einen Absatz. Ich erinnere mich augenblicklich, zu welchem Zeitpunkt meines Lebens ich den Text geschrieben habe, welche Absicht dahinterstand oder welches Erlebnis ich beschrieben habe. Traumtrinker heißt ein Text. Ein sonderbarer Mann läuft nachts durch die Straßen und trinkt die Träume der Schlafenden. Meine Güte. Wozu, weshalb, warum, steht nicht im Text. Mein heutiges Ich als Autor schaut verächtlich herab auf dieses fantastische, träumerische Empfinden eines jungen Menschen Mitte 20.

(Aus: Robert Rescue „Zum Glück hab ich wenigstens Pech“)

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Ein Kommentar zu “Das Schlimmste am Künstlerdasein ist …

  1. Vor allem, dass er sie trinkt, die Träume, erscheint mir sehr aussagekräftig. Ich meine, er könnte sie ja auch essen. Herzhaft hineinbeißen. Wozu, weshalb, warum? Du meine Güte, ich weiß es doch auch nicht.

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